Al Gore
Vom Verlierer zum Öko-Star und Oscar-Preisträger

US-Vizepräsident, Oscar-Preisträger und berühmter Öko-Aktivist - der amerikanische Politiker Al Gore hat gleich drei Wege zu weltweiter Bekanntheit gefunden. Mit seinem Engagement ist es ihm gelungen, das Image des traurigen Wahlverlierers abzulegen.

HB FRANKFURT/MAIN. Der heute 59-jährige war Stellvertreter von US-Präsident Bill Clinton, für seinen Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth“ (“Eine unbequeme Wahrheit“) wurde er im Februar mit dem begehrten Oscar ausgezeichnet und jetzt will er mit der weltweiten Konzertreihe „Live Earth“ die Wende in der Klimapolitik einleiten.

Schon in seiner Amtszeit unter Clinton von 1993 bis 2001 erwarb sich Gore international vor allem wegen seiner umweltpolitischen Ansichten Respekt. Zum deutschen Kinostart seines Oscar-prämierten Umwelt-Dokumentarfilms „Eine unbequeme Wahrheit“ im Oktober vergangenen Jahres stellte er fest: „Bis vor kurzem lebte Amerika in einer Seifenblase, in der die globale Erwärmung gar nicht vorkam.“ Und er äußerte in einem Interview die Hoffnung, „dass die Menschen angesichts der akuten Krise so viel Druck ausüben, dass die Politik handeln muss.“

Die „Live-Earth“-Konzerte auf allen Kontinenten, bei denen sogar eine Wissenschaftlerband in der Antarktis zugeschaltet wird, soll nach Gores Willen „eine neue politische Realität herbeiführen“. Im AP-Interview zeigte er sich sicher: „Die Wende im politischen System wird erreicht, wenn die Mehrheit der Menschen mit genug Wissen über die Krise und ihre Lösungen gewappnet sind und sie das zu ihrer eigenen Sache machen.“ Wenn dieser Punkt erreicht wird, „wird man das gesamte politische System sich dramatisch verändern sehen“.

Gore wird dank seiner Aktivitäten eine weltweite Aufmerksamkeit zuteil, die sich bei seiner Niederlage gegen George W. Bush im Präsidentschaftswahlkampf 2000 keineswegs abzeichnete. Wie so viele seiner Vorgänger schaffte er es nicht, als Vizepräsident direkt aus dem Amt heraus zum Nachfolger des Präsidenten gewählt zu werden. Dabei war es vermutlich nur ein schwacher Trost, dass Gore in der wohl dramatischsten Wahlentscheidung in der Geschichte der USA nur knapp den Kürzeren zog. Nach Wochen langem juristischen Tauziehen um den Ausgang der Wahl gab er sich im Dezember 2000 geschlagen.

In der Regierung von Clinton war er zuvor federführend für die Bereiche Technologie und Umwelt gewesen. Schon als Senator war Gore Mahner in Sachen Umwelt. Zu diesem Thema schrieb er ein Buch mit dem Titel „Wege zum Gleichgewicht. Ein Marshallplan für die Erde“. Darin legte er ein internationales Handlungskonzept gegen die weltweite Umweltkrise vor. Die Rettung der Erde bezeichnete er als eine der zentralen Aufgaben nach dem Ende des Kalten Krieges.

Gore, der am 31. März 1948 in Washington geboren wurde, entstammt einer Politikerfamilie aus dem Staat Tennessee. Sein Vater war wie er zunächst Kongressabgeordneter und dann Senator. Gore studierte Politologie an der Harvard-Universität und machte dort 1969 seinen Abschluss.

Nach dem Militärdienst in Vietnam, wo er als Kriegsberichterstatter für die Streitkräfte tätig war, arbeitete er als Reporter für eine Zeitung in Nashville und studierte zugleich an der juristischen Fakultät der Vanderbilt-Universität. Gores politische Karriere begann 1976 mit der Wahl ins Repräsentantenhaus. 1984 wurde er in den Senat gewählt. Vier Jahre nach seiner erfolglosen Präsidentschaftskandidatur wurde der Vizepräsident an der Seite Clintons.

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