Alain Caparros
Scheidender Rewe-Chef wechselt zu C&A

Der scheidende Rewe-Chef Alain Caparros wird Europa-Chef beim Bekleidungshändler C&A. Das kommt überraschend – das Familienunternehmen setzt sonst auf Eigengewächse. Auf Caparros warten bei C&A große Aufgaben.
  • 1

Zug, DüsseldorfDer scheidende Chef des Handels- und Touristikkonzerns Rewe, Alain Caparros, soll künftig das Europageschäft beim Düsseldorfer Textilhandelsunternehmen C&A leiten. Caparros werde den Chefposten bei C&A Europa zum 1. August übernehmen, teilte die C&A-Familienholding Cofra am Mittwoch mit. Über den Wechsel hatten zuvor die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ berichtet.

„Wir sind sehr erfreut darüber, seine Ankunft vermelden zu können, und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Cofra-Chef Martijn Brenninkmeijer laut Mitteilung. „Ich habe mich dazu entschieden, meine Pläne für die Zeit nach Rewe zu ändern“, erklärte Caparros. Er hatte seinen Abgang bei Rewe deutlich früher als geplant angekündigt. Eigentlich sollte er noch bis Ende 2018 an der Spitze des Handelskonzerns bleiben.

Nur wenige externe Führungskräfte haben es bei C&A bisher in die vorderste Reihe geschafft. Im Mai hatte Philippe Brenninkmeijer sein Amt als Vorstandsvorsitzender von C&A Europa abgegeben. Als Interims-Nachfolger wurde mit Edward Brenninkmeijer ebenfalls ein Vertreter der weit verzweigten Eigentümerfamilie bestellt.

Philippe Brenninkmeijer hatte im Herbst eingeräumt, dass die Bekleidungskette seit Jahren Umsatz verliert. Der 60 Jahre alte Caparros übergibt die Führung des Kölner Handelskonzerns Rewe Ende dieses Monats an seinen Nachfolger Lionel Souque.

Caparros wird bei der Düsseldorfer Textilkette viel zu tun haben. Der Konzern leidet wie viele in der Modebranche unter neuen preisaggressiven Unternehmen wie der irischen Billigkette Primark. Außerdem muss C&A sich gegen die Erfolge von Online-Modehäusern wie Zalando behaupten. Und neue Outlet-Anbieter wie TK Maxx oder Saks Off 5th drängen mit Tiefpreisen in die Innenstädte.

Ende vergangenen Jahres hatte Philipp Brenninkmeijer, der im Mai dieses Jahres seinen Posten bei C&A aufgab, einen großen Umbau des Unternehmens angekündigt. Er wollte in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro investieren. Damit wollte er, wie er der „Textilwirtschaft“ sagte, bis 2021 ein „robustes Wachstum“ erreichen. Damit wollte er die Umsatzrückgänge stoppen, in die Marke, die Läden und in ein neues, umfassendes IT-System investieren.

Caparros muss den begonnen Umbau von C&A nun fortsetzen. Das ist angesichts der Turbulenzen in der Modebranche nicht leicht. Warum er sich im Mai dieses Jahres von dem Posten zurückzog, wurde offiziell mit neuen Aufgaben in der Zentrale begründet. Genauere Gründe wurden nicht bekannt. Dazu lässt die zurückhaltende Unternehmerfamilie nichts verlauten. Beobachter halten es für möglich, dass Philipp Brenninkmeijer beim geplanten Umbau nicht schnell genug vorankam. C&A führt in Europa derzeit rund 1500 Geschäfte, davon rund ein Drittel in Deutschland.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Alain Caparros: Scheidender Rewe-Chef wechselt zu C&A"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Am 30.06. ist auch die Bekleidungsmarke „Charles Vögele“ Geschichte, schade, denn ich habe dort immer gerne eingekauft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%