Alain Weill
Mit Härte und Mut

Medienunternehmer Alain Weill startet in der Krise durch: Er gibt der Wirtschaftszeitung „La Tribune“ ein neues Gesicht – und eine Samstagsausgabe.

PARIS. Paris, Bahnhof Saint-Lazare am Montagmorgen um halb neun. Aus den Vorstadtzügen quellen Pendler, die eilig den Bahnsteig hinunter Richtung Metro hetzen. Einige stoppen kurz am Kiosk in der Bahnhofsvorhalle. Doch wer gestern Morgen Frankreichs Wirtschaftszeitung „La Tribune“, Partnerzeitung des Handelsblatts, verlangt, bekommt eine überraschende Antwort. „,La Tribune'? Ist schon ausverkauft“, sagt die Zeitungsverkäuferin hinter ihrem Tresen. Die gleiche Antwort gibt es am Kiosk auf dem Bahnhofsvorplatz und am Zeitungsstand vor dem Metro-Eingang.

Alain Weill, der neue Eigentümer von „La Tribune“, hört es gerne: Der Relaunch der ihm gehörenden Wirtschaftszeitung findet großes Interesse. „Wir werden am Dienstag die Zahl der gelieferten Zeitungen verdoppeln“, sagt der Medienunternehmer zum Handelsblatt.

Mitten in der Wirtschaftskrise, die bereits Spuren in den Anzeigenerlösen der Zeitungen hinterlässt, wagt er einen optischen Neustart seiner Zeitung. Und packt als einzige Wirtschaftszeitung Frankreichs noch eine Samstagsausgabe obendrauf.

Gleichzeitig bläst Weill zum Sturm auf eine französische Festung, die Sportzeitung „L'Equipe“. Am 3. November greift Weill mit seinem Partner Michel Moulin, der bisher mit einem Kleinanzeigenblatt brilliert, mit der neuen Sportzeitung „10 Sport“ an. Unerhört.

Auf die Frage, ob seine Projekte nicht zu gewagt sind, um erfolgreich zu sein, zögert Weill eine Weile mit der Antwort und entgegnet dann trocken: „Wenn man Erfolg haben will, muss man sich vom Hergebrachten verabschieden und es anders machen.“ Die Krise schreckt ihn jedenfalls nicht: „Als ich den Radiosender BFM 2002 übernahm, notierte der Leitindex CAC 40 auch auf Rekordtief.“

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