Alan Crutchett
Ex-DWS-Manager wechselt zu Nomura

Die zuletzt von Abgängen geplagte Investmentbank Nomura komplettiert mit dem ehemaligen DWS-Manager Alan Crutchett das Führungsteam in Deutschland. Der Käufer des deutschen Lehman-Geschäfts sieht Führungsteam damit nun als komplett an.

HB FRANKFURT. Damit ist das hierzulande abgeschlagene Haus aus Japan, das sich europäische Teile des Pleite gegangenen US-Konkurrenten Lehman Brothers einverleibt hat, bereit für die Aufholjagd. Lehman zählte vor dem Kollaps zu einer der renommierten Adressen im Investmentbanking.

Crutchett soll als Chief Administrative Officer (CAO) die Leitung der Bereiche IT, Finanzen, Rechnungslegung, Recht und operatives Geschäft übernehmen. Er folgt auf Peter Regnery, der das Haus verlässt, und berichtet an die Deutschlandchefs Koichi Katakawa und Patrick Schmitz-Morkramer. Letzterer lobte Crutchett im Gespräch mit dem Handelsblatt als „überaus interessanten Kandidaten“. Zugleich deutete Schmitz-Morkramer an, dass die Führungsriege in Deutschland nun komplett ist: „Wir sind mit zwei Country-Heads gut aufgestellt und haben unsere Struktur gefunden.“

Nomura hatte erst vor wenigen Wochen den Abgang von Michael Bonacker, der zuletzt das Europa-Geschäft mit Finanzdienstleistern leitete, hinnehmen müssen. Andere Lehman-Banker wie Christian Spieler, Stefan Gratzer oder Hans Martin Bury hatten sich bereits im Vorfeld gegen den Wechsel zu Nomura entschieden. Schmitz-Morkramer mag aber keine Häufung von Weggängen feststellen: „Es ist völlig normal, dass Top-Banker ihren Arbeitgeber wechseln.“

Zur aktuellen Entwicklung des rund 130 Mann starken Deutschlandgeschäfts will sich Nomura bislang nicht äußern. „Wir sind ihnen zuletzt kein einziges Mal bei Deals begegnet“, heißt es hingegen bei einem namhaften Konkurrenten. Ein anderer hochrangiger Banker sagte, am Markt setze sich die Meinung durch, Nomura habe eigentlich auf die Asienaktivitäten von Lehman spekuliert und das Europa-Geschäft eher gezwungener Maßen mitübernommen. Weitere Abgänge drohten, zumal Konkurrenten wie Greenhill oder Barclays ihr Geschäft ausbauten.

In den Statistiken von Thomson Reuters findet sich Nomura im bisherigen Jahresverlauf auf den abgeschlagenen Plätzen. Bei Fusionen und Übernahmen (M&A) rangieren die Japaner hierzulande aktuell auf Position 22 – noch hinter kleinen Spezialanbietern wie Gut Corporate Finance oder Moseley Securities. Noch schlechter sieht es im Rentengeschäft aus: Hier kam Nomura per Anfang Juni lediglich auf Platz 28.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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