Alan Mulally
Ford-Chef Mulally am Abgrund

Das Vertrauen in Alan Mulally schwindet von Tag zu Tag. Tausende Aktionäre glauben nicht mehr an eine Wende - und flüchten jetzt in die Arme von Milliardär Kirk Kerkorian. Der aggressive Investor geht mit dem Management wenig freundlich um.

FRANKFURT. Die Skyline von New York glitzert auf der Leinwand. Aus den Lautsprechern röhrt eine E-Gitarre so laut, dass der Boden der Messehalle vibriert. Ein schwarzer Five Hundred kommt auf das Podium gefahren - mit 260 PS, drei wuchtigen Silberbalken am Kühlergrill und dem neuen Alan Mulally als selbstbewussten Beifahrer. Der drahtige Mann steigt aus, winkt in die Menge, klatscht kurz in die Hände - doch im Saal bleibt es auffallend still. Kaum eine Hand im Publikum rührt sich.

Freundliche Begrüßungen sehen anders aus. Das spürt Mulally bereits beim ersten Auftritt als Nummer eins von auf der Detroit Motorshow Anfang vergangenen Jahres.

Doch bis heute hat der Mann, der als Branchenfremder im Herbst 2006 den glücklosen Bill an der Spitze des Autobauers aus dem amerikanischen Dearborn ablöste, die trübe Stimmung nicht drehen können. Mehr als eine Milliarde Wertpapiere, also knapp die Hälfte aller boten Anleger dem Milliardär Kirk Kerkorian diese Woche an, der "nur" 20 Millionen kaufen wollte.

Ein Schlag ins Gesicht für Mulally. Der Glaube schwindet, dass der bald 63-jährige Chef den US-Autobauer wieder auf Kurs bringen kann. Dass Kerkorian gleich so viele Aktien angeboten wurden, "scheint fast ein Akt der Verzweiflung zu sein", sagt Dennis Virag, Präsident der Automotive Consulting Group.

Offensichtlich glaubt kaum ein Investor mehr daran, dass sich der Kurs der bald wieder erholen könnte. Als der neue Großaktionär Kerkorian Anfang Mai seine Offerte von 8,50 Dollar für rund 20 Millionen Wertpapiere des Autobauers vorlegte, lag das Angebot nur knapp vier Prozent über dem Vortageskurs. Doch seitdem sackte die Aktie um 25 Prozent ab und hält sich aktuell gerade mal über sechs Dollar.

Ein Fiasko, für das Mulally verantwortlich ist. Denn trotz harter Einschnitte musste er vor wenigen Wochen sein Versprechen, den Konzern im nächsten Jahr wieder in die Gewinnzone zu führen, brechen: "Es sieht so aus, als ob wir länger brauchen, um in Nordamerika wieder profitabel zu arbeiten."

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