Management
Alessandro Profumo als neuer Hausherr bei der Hypovereinsbank

Der neue Hausherr bemüht sich um gute Stimmung. Mehr als 88 Prozent der Hypovereinsbank-Aktien hat Unicredit-Chef Alessandro Profumo in den vergangenen Wochen übernommen. Das hat durchaus Ängste und Sorgen vor einer italienischen Dominanz ausgelöst.

dpa MüNCHEN. Der neue Hausherr bemüht sich um gute Stimmung. Mehr als 88 Prozent der Hypovereinsbank-Aktien hat Unicredit-Chef Alessandro Profumo in den vergangenen Wochen übernommen. Das hat durchaus Ängste und Sorgen vor einer italienischen Dominanz ausgelöst.

„Natürlich gibt es in so einer Situation auch Unsicherheit bei den Beschäftigten“, sagte er bei seinem ersten Besuch nach dem Aktientausch in der feudalen Zentrale der HVB in der Münchner Innenstadt. Bei dem Europa Forum der Bank und am Abend zuvor bei einer Betriebsversammlung mit mehr als 2 500 Mitarbeitern warb er um das Vertrauen der Beschäftigten.

Zunächst einmal gilt es für Profumo, in seinem neuen Reich viele Leute kennenzulernen. Er sei einmal Finanzminister gewesen, stellt sich Theo Waigel dem Banker beim Europa Forum vor. „Und er“, sagt Waigel und zeigt auf Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe, „der hat immer Geld von mir gewollt.“ Auch Wolfgang Heckl, Leiter des Deutschen Museums in München, will die Gelegenheit nutzen. Er drückt dem verdutzten Profumo einen Katalog in die Hand und preist ausführlich sein Museum an, das der Italiener doch einmal besuchen möge.

Wenn so viele Leute etwas von einem wollen, dann bleibt schon einmal die Stimme weg, zumal Profumo auch noch erkältet ist. HVB-Chef Dieter Rampl habe gesagt, er finde das Krächzen sexy, sagt der Italiener beim Europa Forum der HVB. „Ich finde das nicht.“ Zwischen Profumo und Rampl jedenfalls stimmt die Chemie. Die erfreulichste Überraschung im Fusionsprozess sei für ihn gewesen, wie gut das neue Management-Team zusammenarbeite, sagt Profumo. Negative Überraschungen habe es dagegen keine gegeben - höchstens, dass Inter Mailand am Mittwoch daheim gegen den AS Rom verloren habe. Vielleicht habe er sich ja dabei die Stimme ruiniert.

In den Tagen zuvor hatte der machtbewusste Profumo schon einmal gezeigt, wer künftig das Sagen hat. In einem Brief forderte er acht HVB-Aufsichtsräte zum Rückzug auf. Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt, ein verbitterter Gegner der Übernahme, erklärte prompt seinen Rückzug. Auch die anderen Mitglieder des Kontrollgremiums fügen sich den italienischen Wünschen. Bei den Beschäftigten löst der Durchgriff der Italiener aber Sorge aus. „Wir sind nur noch Handlanger von Mailand“, sagt Hanns-Peter Kreuser vom Deutschen Bankangestellten-Verband. Profumo betonte aber auch auf der Mitarbeiterversammlung, es gehe nicht um Kahlschlag sondern um Wachstum. Unicredit habe großes vor in Deutschland.

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