Alex Widmer muss das Bankhaus Julius Bär neu positionieren
Der Bulle von Bär

Bullig wirkt er. Unerschrocken. Alex Widmer ist einer, der weiß, wie das Geschäft mit vermögenden Kunden läuft. In der Schweiz, wo die Banken vor allem von diesem Geschäft leben, ist das entscheidend. Und deshalb wird der 49-jährige Familienvater vom kommenden Jahr an die Geschicke des Bankhauses Julius Bär leiten.

HB ZÜRICH. Es haben sich damit zwei Kandidaten gefunden, die beide in einer Übergangsphase stecken. Widmer hat bei der Großbank Credit Suisse eine ansehnliche Karriere hingelegt, die ihn bis zum Leiter des Geschäfts mit reichen Kunden geführt hat. Dann jedoch, im vergangenen Jahr, begann mal wieder das große Aufräumen bei der Credit Suisse. Konzernchef Oswald Grübel setzte sich an der Spitze durch und bestimmte den Kurs. Widmers Position besetzten Jüngere. Der verdiente Banker erhielt den Titel „Senior Advisor“, was mehr Ehre als Macht bedeutet.

Kein Wunder, dass Widmer offene Ohren für Avancen hatte, die ihm aus dem Haus erreichten, das schräg gegenüber vom Gebäude der Credit Suisse an der Züricher Bahnhofstraße liegt. Dort bemüht sich die Julius-Bär-Gruppe um eine neue Positionierung, seit die Familie Bär im Januar angekündigt hat, sich als Mehrheitsaktionär zurückzuziehen.

Walter Knabenhans hatte hier in den vergangenen fünf Jahren den nicht immer dankbaren Chefsessel besetzt, versuchte die Interessen der Familie mit denen der anderen Anteilseigner in Einklang zu bringen. Die Aufgabe hat er mitunter bis zur Selbstaufgabe gemeistert.

Jetzt allerdings braucht die Bank jemand, der das Haus neu positioniert und auf Wachstum einschwört. Gerade im extrem wichtigen Geschäftsfeld mit vermögenden Privatkunden hatte Bär in den vergangenen Monaten Schwächen gezeigt. „Es ist die richtige Zeit für einen Führungswechsel“, urteilt ein Kollege von der Genfer Privatbank Pictet. Als eine „der wenigen wirklichen Persönlichkeiten im Private Banking“, beschreibt ein anderer den neuen CEO. Die Börse honorierte die Widmer-Personalie mit einem Kursanstieg.

Widmer bringt einen zweiten Mann mit: Der 42 Jahre alte Thomas Meier soll die Sparte Private Banking leiten. Die Stelle ist seit Januar verwaist. Damals hatte Michael Bär, genannt Mike, seinen Hut genommen und damit Meinungsverschiedenheiten in der Chefetage offensichtlich werden lassen. Widmer und Meier kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in Asien. Es könnte sein, dass Bär vor allem in dieser Region künftig auf Wachstum setzt.

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