Alexander Eichner hat bei der Spütz AG aufgeräumt
Der feine Mann fürs Grobe

Wenn er im kleinen Kreis etwas erläutern will, braucht Alexander Eichner weder Projektor noch Laptop. Stattdessen skizziert er seine Vorstellungen mit schnellen, präzisen Strichen auf einem Blatt Papier. Dazu reicht ihm auch der schmale runde Tisch in einem Düsseldorfer Stehcafé.

DÜSSELDORF. So muss wohl jemand sein, der ein Unternehmen kompromisslos saniert. Eichner hat als Aufsichtsratschef bei der Spütz AG gründlich aufgeräumt: Er hat Beteiligungen und Töchter verkauft, den Wertpapierhändler in eine Beteiligungsgesellschaft umgewandelt, den Sitz kurzerhand von Düsseldorf nach Berlin verlegt, das Management vor die Tür gesetzt. Und in diesem Januar ist er selbst in den Vorstand eingezogen.

Sein Sanierungsjob war alles andere als einfach. Der gelernte Versicherungskaufmann mit Diplomen in Politologie und Betriebswirtschaft musste manche Schlammschlacht bestehen. Noch vor wenigen Monaten befand sich Spütz in einem äußerst desolaten Zustand. Gezeichnet von sinkenden Börsenumsätzen, schrieb die Gesellschaft tiefrote Zahlen, Kämpfe zwischen dem Management und der britischen New Media Spark, die 2001 die Mehrheit übernahm, sowie dubiose Geschäfte sorgten für reichlich Negativschlagzeilen.

Zunächst verordnete Eichner dem Unternehmen eine Rosskur, die gleich mehrere Vorstände verschliss. Diese Strategie verfehlte ihre Wirkung nicht. Eichner senkte die Kosten um rund die Hälfte – vor allem durch drastischen Personalabbau. Statt der 44,6 Millionen Euro Verlust ist das Konto inzwischen mit 60 Millionen Euro wieder gut gefüllt.

Für Lothar Hunsel, der Eichner während seiner Tätigkeit als Geschäftsführer bei der Bertelsmann AG unter seinen Fittichen hatte, ist dieser Erfolg keine Überraschung. „Eichner hat eine zupackende Art und eine hohe Durchsetzungskompetenz“, sagt der Ex-Chef der Telekom-Mobilfunktochter.

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