Alexander Schmidt-Vogel ist Weltchef von Mediacom
„Für mich ist Amerika ein Abenteuer“

Seine Hotel-Wahl in New York spricht für sich: Alexander Schmidt-Vogel steigt immer im „Waldorf Astoria“ ab, wenn er in der Zentrale der US-Agenturgruppe Mediacom zu tun hat. „Das ist schön alt europäisch“, findet der Weltchef der Media-Agentur, der am guten, alten Europa hängt.

DÜSSELDORF. Aber seit er vor gut einem Jahr zum ersten Weltchef der Agenturgruppe berufen wurde, ist er selten in Europa. Mindestens zehn Tage pro Monat verbringt der 54-Jährige in seinem Büro in der New Yorker Zentrale. Die übrige Zeit pendelt er zwischen den USA, Europa und Asien, um für Großkunden der Mediaagentur in aller Welt günstige Werbepreise auszuhandeln und die Budgets dann auf die passenden Medien zu verteilen.

Er ist der einzige Deutsche, der es in die Top-Liga der internationalen Werbebranche geschafft hat. Er soll die Kräfte der bisher dezentral organisierten Media-Agentur unter dem Dach der amerikanischen Grey-Werbeholding bündeln, „um die Chancen bei globalen Werbeetats zu verbessern“.

Ein schwieriger Job: In Deutschland ist Mediacom zwar größte Media-Agentur. Aber weltweit erreicht sie mit betreuten Werbegeldern in Höhe von 12,3 Milliarden Dollar nur Platz neun. Das soll Schmidt-Vogel ändern.

Langjährige Kollegen beschreiben ihn als jemanden, der das, was er sich vornimmt, auch durchsetzt. Er diskutiere nicht lange, sondern handele. Seine Zielstrebigkeit hat er früh bewiesen. Vor 14 Jahren gründete er mit Kollegen unter dem Dach von Grey die Mediacom, acht Jahre später wird er Europachef.

Sein neuer Job in den USA ist für den „trockenen Norddeutschen“, Schmidt-Vogel über sich, eine Herausforderung. „Als Deutscher hat man es besonders schwer – so wie früher Afro-Amerikaner und Frauen.“ Eine drastische Einschätzung, die ihn einen Moment lang ein wenig enttäuscht aussehen lässt. Vielleicht ist er deshalb ein Fan des Malers Dennis Hopper, der „melancholisch trübe Situationen in den USA“ darstellt.

Für ihn ist es ein Abenteuer, „wie weit ich in Amerika komme“. Auch deshalb wohnen seine Frau und die beiden Söhne noch in Deutschland. „Ich bin noch dabei, Fuß zu fassen“, sagt der Mediacom-Chef. Das Pendeln über den Atlantik gehört so zu seinem Alltag. Da hat er Zeit, über die Kulturen nachzudenken. Grundsätzlich seien Amerikaner geradlinig und schnell, ohne in das „ewig Grüblerische“ der deutschen Gemüter zu verfallen.

Wachsende Begeisterung entwickelt er für Heavy-Metal-Musik aus den USA. Im New Yorker Hotel trommelt er regelmäßig auf seinem Elektro-Schlagzeug. Etwas Besseres gegen Aggressionen gebe es nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%