Alexander von Witzleben: Haniel richtet sich neu aus

Alexander von Witzleben
Haniel richtet sich neu aus

Alexander von Witzleben, bisher Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG, wechselt in den Vorstand des Duisburger Mischkonzerns Haniel. Dies bestätigten gestern unternehmensnahe Kreise. Mit ihm will der Konzern die zentrale Steuerung verstärken.

DÜSSELDORF. Der Wechsel soll heute oder in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden, wenn der Aufsichtsrat von Jenoptik über die Nachfolge von Witzlebens entscheidet. Offiziell wollten beide Unternehmen am gestrigen Donnerstag nicht Stellung nehmen.

Der Wechsel ist Teil einer neuen strategischen Ausrichtung Haniels, die vom Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes vorangetrieben wird. Haniel ist mit einem Umsatz von rund 25,9 Milliarden Euro Deutschlands größtes industrielles Familienunternehmen und traditionell stark diversifiziert. Zu Haniel gehören der Medikamentenhändler Celesio, der Edelstahlrecycler ELG, der Büroeinrichter Takkt, der Baustoffhändler Xella und der Hygienedienstleister HTS. Lange Zeit wurden diese Töchter stark dezentral geführt: Die Haniel-Holding beschränkte sich weitgehend auf die Ressourcenverteilung und aufs Personalmanagement. Entsprechend klein war der Vorstand: Neben Cordes war bis Herbst 2006 nur Finanzchef Klaus Trützschler darin vertreten.

Nun nimmt Cordes die Töchter enger an die Leine und verdoppelt die Zahl der Mitglieder im Holdingvorstand. Celesio-Chef Fritz Oesterle rückte bereits im Oktober 2006 in das Führungsgremium. Von Witzleben soll künftig die anderen vier Töchter mitsteuern. Er werde Aufsichtsratschef dieser Unternehmen, hieß es in den Kreisen. Trützschler solle sich mehr auf die Rolle als Finanzvorstand konzentrieren. Cordes hat neben der Gesamtverantwortung weiter den Aufsichtsratsvorsitz beim Handelsriesen Metro, an dem Haniel mit 18,4 Prozent beteiligt ist.

Hintergrund der Personalaufstockung, so heißt es in Führungskreisen von Haniel, sind Wünsche nach einer höheren Rendite gemessen an der Kapitalverzinsung: Aus den Töchtern soll durch engere Steuerung mehr herausgeholt werden. Der Mischkonzern gibt wenig Zahlen bekannt. Im Jahr 2005 lag seine Umsatzrendite vor Steuern bei 4,3 Prozent. Alle Töchter verdienten Geld, doch einige ihrer jeweiligen Branchenkonkurrenten zeigten, das noch weit höhere Renditen möglich sind.

Dieses Ziel soll mit von Witzleben erreicht werden. Der 43-Jährige studierte an der Uni Passau Volks- und Betriebswirtschaft und begann seine Karriere bei KPMG. 1991 wechselte er als Leiter Finanzen zu Jenoptik, wurde dort 1996 stellvertretendes Vorstandsmitglied und übernahm im Juni 2003 den Vorstandsvorsitz.

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