Alexander von Witzleben: Jenoptik bestätigt Weggang des Vorstandschefs

Alexander von Witzleben
Jenoptik bestätigt Weggang des Vorstandschefs

Der Thüringe Technologiekonzern Jenoptik hat den Wechsel seines Vorstandsvorsitzenden Alexander von Witzleben ins Management der Duisburger Haniel-Gruppe bestätigt. Sein Mitvorstand Michael Mertin steigt damit zum Jenoptik-Chef auf. Zudem berief Jenoptik umgehend einen neuen Vorstand.

HB JENA. Der Vorsitzende des Jenoptik-Aufsichtsrates, Lothar Späth, teilte am Freitagabend mit, der Aufsichtsrat habe Mertin mit Wirkung zum 1. Juli zum Witzleben-Nachfolger berufen. Der ehemalige Zeiss-Manager Mertin gehört dem Jenoptik-Vorstand erst seit Oktober 2006 an und war bisher Technologievorstand. Um das zweiköpfige Führungsgremium zu komplettieren, rückt der bisherige Leiter Finanzen und Controlling, Frank Einhellinger, in den Vorstand auf.

Haniel teilte mit, dass von Witzleben vom Aufsichtsrat des Familienkonzerns bereits Anfang Februar in den Vorstand berufen wurde. Er übernehme Anfang Juli einen bisher unbesetzten Posten im vierköpfigen Holdingvorstand und solle die Verantwortung für vier wichtige Töchter der Holding mit einem Umsatzvolumen von etwa fünf Milliarden Euro übernehmen. Dabei handelt es sich um den Edelstahlrecycler ELG, den Büroeinrichter Takkt, den Baustoffhändler Xella und den Hygienedienstleister HTS. Insgesamt erwirtschaftet der Haniel-Konzern, der seit seiner Gründung 1756 in Familienbesitz ist, mit 55 000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 25,9 Milliarden Euro.

Hintergrund der Personalaufstockung, so heißt es in Führungskreisen von Haniel, sind Wünsche nach einer höheren Rendite gemessen an der Kapitalverzinsung: Aus den Töchtern soll durch engere Steuerung mehr herausgeholt werden. Der Mischkonzern gibt wenig Zahlen bekannt. Im Jahr 2005 lag seine Umsatzrendite vor Steuern bei 4,3 Prozent. Alle Töchter verdienten Geld, doch einige ihrer jeweiligen Branchenkonkurrenten zeigten, das noch weit höhere Renditen möglich sind. Dieses Ziel soll mit von Witzleben erreicht werden.

Von Witzleben wechselt damit erst nach der Hauptversammlung des Jenaer Unternehmens Anfang Juni nach Duisburg. Der gebürtige Hamburger hatte 2003 als Nachfolger von Späth den Vorstandsvorsitz bei der Jenoptik AG übernommen. Er kam 1993 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nach Jena und war mehrere Jahre Finanzvorstand.

Mertin war im Vorstand in den vergangenen Monaten für das operative Geschäft und Forschung und Entwicklung zuständig. Der promovierte Physiker wurde in Köln geboren und arbeitete etwa zehn Jahre in verschiedenen leitenden Positionen beim Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss (Oberkochen). Der neue Jenoptik-Finanzvorstand Einhellinger ist Diplomkaufmann und kam 1996 von der Porsche AG zu Jenoptik.

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