Alitalia
In großer Mission gegen Air France-KLM

Roberto Formigoni, Präsident der Lombardei, will verhindern, dass Altitalia mit den der französisch dominierten Air France-KLM verhandelt. Zahlreiche Manager und Lokalpolitiker unterstützen ihn dabei.

MAILAND. Italiens Norden probt den Aufstand. Politiker und Wirtschaftsvertreter laufen gegen Air France-KLM Sturm, die die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia übernehmen will. Allen voran Roberto Formigoni, der Präsident der reichen Region Lombardei. Der Geschäftsplan, den Air France-KLM für Alitalia vorgelegt habe, sei „unakzeptabel“, beschwert sich der norditalienische Politiker von Berlusconis Partei Forza Italia. Sein klarer Favorit: die italienische Air One.

In den nächsten Tagen wird entschieden, mit wem Alitalia exklusive Gespräche führen wird. Am liebsten wäre Formigoni eine Übernahme durch die Lufthansa gewesen. Schließlich hatten die Deutschen erwogen, den Mailänder Flughafen zum Drehkreuz für Geschäftsreisende auszubauen. Doch Lufthansa hat sich im letzten Moment gegen ein Angebot für Alitalia entschieden. Nun bleiben die italienische Air One und Air France-KLM im Rennen. Formigoni fürchtet nun, dass die Franzosen die Flüge verstärkt über Paris und Amsterdam umleiten werden.

Rückendeckung erhält der Präsident der Lombardei, der bereits in seinem dritten Mandat ist, aus der Wirtschaft. Corrado Passera, Vorstandsvorsitzender der Großbank Intesa Sanpaolo, der die Offerte von Air One finanziell unterstützt, sagte: Wenn Alitalia an die Franzosen gehe, sei das, „als würde man sagen: Wir schmeißen sie weg.“

Auch der Fiat-Präsident und Vorsitzende des Industrieverbandes Confindustria, Luca Cordero di Montezemolo, sprach sich gestern für Air One aus: „Unser Land braucht ebenso wie andere Länder in der Welt eine starke Marke in diesem Sektor.“ Er sei zuversichtlich, dass eine Alitalia unter Air One auch internationale Abkommen mit anderen Fluggesellschaften schließen könne.

Air France-KLM hat vor, an dem jüngsten Restrukturierungsplan von Alitalia festzuhalten, und der sieht vor, die Flüge aus Malpensa drastisch zu reduzieren. „Wenn man Malpensa schwächt, wird das gesamte Land geschwächt“, warnt Formigoni. Air One dagegen will beide Drehkreuze – Rom und Mailand – beibehalten.

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