Alle gegen Welte
Digitales Marketing in der Vorwärtsverteidigung

Eigentlich könnte die digitale Werbewirtschaft in Feierlaune sein: Online-Werbung wächst zweistellig - und endlich profitieren auch wieder die klassischen Anzeigen davon, nicht nur Googles Suchmaschinenmarketing. Doch ausgerechnet Burda-Vorstand Philipp Welte sorgte im Vorfeld der wichtigsten Branchenmesse dmexco dafür, dass die Online-Werbewirtschaft sich rechtfertigen muss.
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KÖLN. Die digitale Werbewirtschaft profitiert von der Konjunkturerholung und wächst wiederr rasant: Für 2010 erwartet der Online Vermarkter Kreis (OVK) ein Wachstum von 19 Prozent auf fünf Mrd. Euro - nur damit nur noch hauchdünn hinter den Zeitungen auf Platz drei.

Die Feierlaune auf dem Branchentreffen dmexco, das am Mittwoch begonnen hat, ist dennoch getrübt: Ausgerechnet eine Woche vor der wichtigsten Digitalmarketingmesse überraschte Burda-Vorstand Phillpp Welte mit der Aussage, Online-Werbung funktioniere nicht richtig. "Die Realität beweist, dass klassische Werbung im Netz im Gegensatz zur Werbung in Zeitschriften weder sonderlich verkaufsfördernd noch wirklich markenbildend wirkt", behauptete Welke in dem Branchenblatt "Horizont".

Um so eifriger betont die Digitalwirtschaft auf der Branchenmesse dmexco im Gespräch mit Journalisten und Öffentlichkeit die zweistelligen Wachstumsraten. Es gilt allerdings als offenes Geheimnis, dass das Wachstum der Online-Werbung vor allem durch das größere Angebot an digitaler Werbeflächen getrieben wird - das Preisdumping im Netz aber noch lange nicht vorbei ist. Noch immer sind großzügig gewährte Rabatte die Regel. Wie groß die "Brutto-Netto-Schere" ist wollen Vertreter der Digitalwirtschaft auf Nachfrage von Journalisten aber nicht preisgeben.

Den Platz als fester Bestandteil im Marketing-Mix hat sich der digitale Kanal längst erstritten. Doch angesichts nur langsam wachsender Marketingbudgets kämpft das Digitalmarketing mit den klassischen Kanälen um seinen Anteil. Daher treffen die Aussagen von Welte die Branche ins Mark - und bestimmen die Diskussion auf der dmexco. Schon die Eröffnung einer Panel-Diskussion mit Digitalmarketing-Vertretern leitete Moderator Jochen Wegner von Focus Online mit einer Spitze gegen Welte ein, dessen Konzern mehrheitlich im Besitz des Magazins ist: Man wolle über "Brand Marketing im Web reden", eröffnete Wegner - und fügt süffisant hinzu: "was es ja eigentlich überhaupt nicht gibt, wie wir jetzt alle wissen".

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