Alois Rhiel als Chef der Bundesnetzagentur gehandelt
Kritiker der Marktmacht

Alois Rhiel ist kein Leisetreter, wenn es darum geht, gegen die Marktmacht der Energiekonzerne zu kämpfen. Noch am Mittwoch landete der hessische Wirtschaftsminister in Berlin einen großen Coup: Er forderte nicht weniger als die Zerschlagung der Stromkonzerne. Das Medienecho war gewaltig. Wer so forsch fordert, empfiehlt sich für neue Aufgaben.

BERLIN. Hartnäckig hält sich in Berlin das Gerücht, der CDU-Politiker werde die Nachfolge von Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth antreten. Wer eins und eins zusammenzählt, wird die Spekulation für schlüssig halten. Allein: Rhiel will davon nichts wissen.

Kurth hat sich als Chef der Netzagentur einen hervorragenden Ruf erworben. Er bietet den Betreibern von Gas-, Strom-, Schienen- und Telekommunikationsnetzen mit Augenmaß Paroli. Doch sein derzeitiger Vertrag läuft zu Beginn des kommenden Jahres aus. Zwar könnte er verlängert werden; doch Kurth sieht sich bereits nach neuen Jobs um. Er hat sich um den Posten des Generalsekretärs der International Telecommunication Union (ITU) beworben. Und an dieser Stelle kommt Rhiel ins Spiel, sagen jedenfalls die gewöhnlich gut unterrichteten Kreise aus Bundesregierung und den Bundestagsfraktionen.

Leicht ist man versucht, Rhiel als die Idealbesetzung zu betrachten. Der promovierte Volkswirt hat eine klare Überzeugung, die gut zum Chef der Netzagentur passt: Der Staat muss sich raushalten, wo Wettbewerb regiert, und er soll eingreifen, wo kein Wettbewerb herrschen kann. Also dort, wo Netzmonopolisten das Sagen haben. Rhiels Haus dementiert freilich. Der Minister sei voller Elan bei der Sache und denke nicht daran, seinen Job in Wiesbaden aufzugeben. Außerdem gilt der Mann aus Fulda auch als sehr familiär; ohne Ambitionen eben, nach Bonn zu wechseln. Doch möglicherweise ist das letzte Wort ja noch nicht gesprochen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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