Alpha-Männchen
Die Keule hilft nicht immer

Alpha-Tiere sind für ein Unternehmen wichtig. Aber wenn sie über die Stränge schlagen, schaden sie nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch der Produktivität. Chefs, die neurotisch sind, bringen es auf eine geringere Rendite als "gesunde".

DÜSSELDORF. Die geschundene Seele der Angestellten findet ihren Niederschlag oft in Ich-zeig’s-dem-Chef-Fantasien. Und gern werden die Rachegelüste auch beim alltäglichen Mittagessen mit anderen Kollegen ausgetauscht. Keine Frage, ohne Chef geht es nicht. Problematisch für den Betrieb wird es nur, wenn das Alpha-Tier über die Stränge schlägt.

So hat eine Studie der Personalberatung Development Dimensions International herausgefunden, dass der durchschnittliche amerikanische Arbeiter zwischen zehn und zwanzig Stunden im Monat damit beschäftigt ist, über den Chef zu jammern oder anderen zuzuhören, die über ihren Chef jammern. „Eine Verschwendung von Produktivität“, sagen die Karriereberater Kate Ludeman und Eddie Arlandson in ihrem neu erschienenen Buch „Alpha Male Syndrome“ und geben darin Tipps, wie sich Alpha-Tiere positiv verändern können, um nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Um es vorwegzunehmen, kein Unternehmen kommt ohne Alpha-Tiere aus. Das sind diejenigen, die das Unternehmen voranbringen, weil sie selbst über viel Antrieb verfügen. Idealerweise seien Alpha-Tiere die geborenen Anführer, die von Kollegen geachtet und von Konkurrenten respektiert werden. Die von Mitarbeitern verehrt und von der Wallstreet geliebt werden, heißt es bei Ludeman und Erlandson.

Problematisch wird es nur, wenn sie außer Kontrolle geraten, dann wird ihre Stärke zur Schwäche und ihre Mitarbeiter leiden unter den Folgen. Und der Betrieb leidet mit. Laut Unternehmensberatung Kienbaum liegt die Umsatzrendite in Firmen mit neurotischen Chefs bei nur 2,7 Prozent. In „gesunden“ Firmen beträgt sie 8,7 Prozent.

Das Spektrum, wie Chefs ihren Mitarbeitern das Leben schwer machen können, ist dabei vielfältig. So sind beispielsweise die Post-Besprechungen bei Haribo legendär. Jeder Brief ans Management wird, egal ob persönlich oder nicht, geöffnet und auf den Tisch des Konzernchefs Hans Riegel gelegt. Mit den leitenden Angestellten geht er dann, einzeln oder vor versammelter Führungsmannschaft, deren Post durch.

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