Als künftiger Mercedes-Chef muss Wolfgang Bernhard das Herzstück des Daimler-Chrysler-Konzerns sichern
Daimlers neuer Stern

Er könnte eine Verkaufsshow im Privatfernsehen moderieren, auf einem Laufsteg Anzüge von Edeldesignern präsentieren oder den Topagenten seiner Majestät in einem James-Bond-Film mimen. Wolfgang Bernhard kann man sich in vielen Rollen vorstellen.

FRANKFURT/M. Doch auf den 43-jährigen Manager wartet eine andere, bedeutend aufregendere Aufgabe im Rampenlicht: Der amtierende Chrysler-Vize wird spätestens im April nächsten Jahres Chef einer der weltweit wertvollsten Automobilmarken – er wird neuer Mister Mercedes, der neue Herr der Sterne. Die Fußstapfen seines eher zurückhaltend agierenden Vorgängers Jürgen Hubbert, der mit 65 in Rente gehen wird, sind groß. Bernhard wird daher seinen eigenen Weg gehen müssen. Und es gibt kaum jemanden, der ihm das nicht zutraut.

In den vergangenen Monaten ist es ihm gelungen, selbst die Zweifel der Arbeitnehmervertreter zu beseitigen. Dem einst als rücksichtslosen Kostenkiller verschrieenen Dynamiker werden auch von Gewerkschaftsseite unverhohlen Sympathien entgegengebracht: „An seinen Fähigkeiten zweifelt niemand“, heißt es aus dem Aufsichtsrat. Aus der Finanzbranche kommt ebenfalls Lob, obwohl die Chrysler-Sanierung in Bernhards Ägide keinesfalls so erfolgreich war wie geplant. „Sehr fähig und der aufgehende Stern in der jungen Daimler-Chrysler-Führungsriege“, jubilieren Analysten der Commerzbank in London.

Bereits Mitte des Jahres dürfte der smarte Automobilmanager vom Detroit River nach Stuttgart umziehen. Bernhard muss dabei mehr wechseln als nur die Adresse. Er muss seine gesamte Perspektive ändern – obwohl er im gleichen Konzern bleibt. Seit dem Jahr 2000 war er an der Seite von Chrysler-Chef Dieter Zetsche verantwortlich für das operative Geschäft des amerikanischen Konzern-Sorgenkinds Chrysler, das am finanziellen Tropf von Mercedes hängt. Gefragt waren in erster Linie seine Qualitäten als konsequenter Sanierer. In seinem neuen Job bei Mercedes geht es um etwas ganz anderes. Die Marke ist kein Sanierungsfall, im Gegenteil. Hubbert hat es in den vergangenen Jahren geschafft, die Modellpalette in alle Richtungen – vom Golf-Konkurrenten A-Klasse über Geländefahrzeuge bis zum Supersportwagen – aufzufächern, ohne den Premiumcharakter der Marke zu schädigen. Die Mercedes Car-Group, zu der außer der Kernmarke noch die Marken Smart und Maybach gehören, liefert konstant mehr als die Hälfte des Konzerngewinns von Daimler-Chrysler.

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