Alternativen zu Preiskonferenzen wohl möglich
EU verbietet Preisabsprachen für innereuropäische Flüge

Fluggesellschaften dürfen ihre Preise für innereuropäische Flüge nur noch bis Jahresende absprechen. Die EU-Kommission beschloss am Montag in Brüssel das Ende einer entsprechenden Erlaubnis für Flüge innerhalb der EU zum Jahreswechsel.

HB BRÜSSEL. Betroffen sind so genannte Tarifkonferenzen des Internationalen Fluglinienverbandes IATA. Nach den dort festgelegten Preisen ausgestellte Tickets werden von allen 260 IATA-Fluglinien anerkannt und erleichtern Passagieren damit vor allem das Umsteigen. Inzwischen gebe es aber Alternativen zu diesen Preisabsprachen, erklärte die Kommission. Dazu gehörten globale Allianzen wie die Star Alliance der Lufthansa, Flüge mit Flugnummern mehrerer Linien oder bilaterale Abkommen zwischen Fluggesellschaften. Der Wegfall der Preiskonferenzen werde den Wettbewerb erhöhen.

Offen ließ die Kommission, ob auch Preisabsprachen für Flüge in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) verboten werden. Zwar beendete sie die Erlaubnis für Preiskonferenzen auf Strecken in die USA und nach Australien vorläufig zum 30. Juni und für andere Ziele außerhalb der EU vorerst zum 31. Oktober.

Die Wettbewerbshüter deuteten jedoch an, diese Fristen möglicherweise zu verlängern. Auf Strecken außerhalb der EU profitierten Fluggäste stärker vom flexiblen Wechsel zwischen Fluglinien als innerhalb der EU, sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Deshalb zeigte sie sich für eine Verlängerung grundsätzlich offen. Bis Ende Juni 2007 wollen auch die Behörden in den USA und Australien sich eine Meinung zu den Tarifkonferenzen bilden.

Offen zeigte sich die Kommission für Vorschläge der IATA für ein neues System, das die Tarifkonferenzen ersetzt. Bedingung sei aber, dass die Vorteile wie die Nutzung verschiedener Fluggesellschaften mit einem Ticket erhalten bleiben und zugleich Wettbewerbsbedenken ausgeräumt werden.

Hintergrund

Bei Reisen, bei denen Passagiere mit mindestens zwei unterschiedlichen Airlines an ihr Ziel gebracht werden, profitieren Fluggesellschaften derzeit von einer Freistellung von den europäischen Wettbewerbsregeln. So dürfen sie Preise mit Konkurrenten absprechen, wenn Fluggästen ein Ticket für eine Reise ausgestellt wird, an der mindestens zwei Airlines beteiligt sind.

Bei dem als Interlining bekannten Verfahren können Verbraucher die Dienstleistungen verschiedener Fluggesellschaften miteinander kombinieren, wodurch die Reise nahtlos wird. So müssen Passagiere ihr Gepäck etwa auf Transitflughäfen nicht abholen und wieder neu einchecken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%