Altersgrenze erreicht
BP-Chef Lord Browne tritt 2008 zurück

Der britische Ölkonzern BP macht auch für seinen beliebten Chef John Browne keine Ausnahme bei der Altersgrenze. Nachdem die Branche zuletzt darüber rätselte, ob der 58-jährige Lord Browne eine weitere Amtszeit bei BP absolvieren dürfte, machte der Manager am gestrigen Dienstag selbst allen Spekulationen ein Ende.

iw / mm DÜSSELDORF / LONDON. Er kündigte seinen Rückzug für das Jahr 2008 an, in dem er 60 Jahre alt wird. „Ich würde auch dann nicht bleiben, wenn man mich darum bittet“, sagte Lord Browne bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen. „BP ist viel größer als eine einzelne Person.“

Die Altersgrenze für Manager bei BP, die Browne öffentlich kritisierte, liegt bei 60 Jahren. Noch im April hatte Browne erklärt, er fühle sich noch nicht zu alt, um eines der größten Unternehmen der Welt zu lenken. Auch drei Großinvestoren, die insgesamt rund vier Prozent des Aktienkapitals von BP halten, ließen wissen, dass sie nichts dagegen hätten, wenn Browne länger bliebe als bis 2008. Bei den Investoren handelt es sich um Standard Life Investments, Insight und die Cooperative Insurance Society. Peter Sutherland, der Chef des BP-Verwaltungsrats, hielt aber an der Altersgrenze fest.

Mit seiner Rücktrittserklärung für 2008 hat Browne nicht nur Klarheit in eigener Sache geschaffen, sondern auch das Nachfolgerennen eröffnet. Der Chefsessel von BP ist begehrt, es gibt allein intern fünf Kandidaten. Unter Analysten gilt Tony Hayward als Favorit. Hayward ist verantwortlich für die Ölförderung und -produktion, dem wohl wichtigsten Konzernfeld bei BP. Aber auch Haywards Stellvertreter Andrew Inglis sowie Iain Conn, der Vorstand für Sicherheit und Umwelt, machen sich Hoffnungen. Darüber hinaus räumen Analysten John Manzoni, dem Leiter der Bereiche Raffinerien und Marketing, und Robert Dudley, dem Chef des russischen Joint Ventures TNK-BP, Chancen ein.

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