Aluminium-Hersteller
Banken gewähren Deripaskas Rusal Schonfrist

Der weltgrößte Aluminium-Hersteller Rusal erhält von 70 ausländischen Banken eine Schonfrist von zwei Monaten, um einen 7,4 Milliarden Dollar großen Schuldenberg neu zu ordnen. Analysten bezweifeln, dass sich die Lage für Deripaska grundlegend ändern wird. Vor allem der Preisverfall bei Aluminium setzt dem Konglomerat zu.

Reuters MOSKAU. Das Unternehmen, das seit Januar von seinem Mehrheitseigentümer, dem Oligarchen Oleg Deripaska, geführt wird, erklärte am Freitag, dieses Stillhalteabkommen könne um einen weiteren Monat verlängert werden.

Deripaska muss bei Rusal ohne staatliche Hilfe auskommen, nachdem die Regierung ein Rettungspaket kassiert hatte und stattdessen die Sozialausgaben sichern will. 4,5 Mrd. Dollar hatte Rusal schon für die Beteiligung an Norilsk Nickel erhalten. Der Milliardär spricht nach eigenen Angaben nun mit Investoren, die schon seit langem bei dem mit 14 Mrd. Dollar verschuldeten Unternehmen einsteigen wollen.

Deripaska ist auch Großaktionär des österreichischen Baukonzerns Strabag. Dort hat er bis zum 3. April Zeit, einen Kredit über 500 Mio. Euro zu tilgen, der von einigen Banken gekündigt worden war. Beim Essener Baukonzern Hochtief war er im Herbst mit Verlust wieder ausgestiegen, auch von seiner Beteiligung am kanadischen Autozulieferer Magna hatte er sich getrennt.

Den Banken, die mehr als 500 Mrd. Dollar an private Unternehmen in Russland verliehen haben, bleibt wenig anderes übrig, als eine Umstrukturierung der Verbindlichkeiten zu ermöglichen, von denen 130 Mrd. Dollar in diesem Jahr fällig würden. Dabei dürften sie allerdings höhere Zinsen verlangen.

Ein mit den Verhandlungen bei Rusal vertrauter Banker sagte, die Gläubiger erwögen einen Tausch von Schulden in Eigenkapital.

Das Unternehmen, das zwölf Prozent des Aluminiums weltweit produziert, widersprach dem allerdings. Analysten glauben nicht, dass sich die Lage für Deripaska in zwei oder drei Monaten grundlegend ändern wird.

Rusal leidet unter dem Preisverfall für Aluminium, das sich seit Juli von 3 380 auf 1 325 Dollar je Tonne verbilligt hat. Dazu kommt die Abwertung des Rubel um 35 Prozent und der Verfall der Börsenkurse.

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