Aluminium
Mit voller Energie

Trimet-Gründer Heinz-Peter Schlüter hat sich als Vorstandschef von Deutschlands größtem Aluminium-Produzenten verabschiedet und steht jetzt an der Spitze des Aufsichtsrats. Seitdem kümmert er sich noch intensiver um sein Lebenswerk. Sein größter Feind: die hohen Strompreise.

ESSEN. Wie ein Privatier sieht Heinz-Peter Schlüter nicht aus. Braun gebrannt, im dunklen Anzug und hellblauen Businesshemd steht der Gründer von Deutschlands größtem Aluminiumproduzenten Trimet inmitten des Konferenzraums der Essener Zentrale. Hinter sich am Kopf des Konferenztisches hat er seine Unterlagen ausgebreitet. "Ich mag es, wenn ich meine Papiere verteilen kann." Den Platz wird er wieder räumen müssen, denn seitdem er vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt ist, hat er keinen eigenen Schreibtisch in Essen mehr. Das war am 1. März. Formal betrachtet, ist der 59-Jährige seit dem Tag ein Gast in der Vorstandsetage von Trimet.

Schlüter lässt aber keine Zweifel darüber aufkommen, wer das Sagen bei dem Alu-Hersteller hat. Als Eigentümer und Aufsichtsratschef hält er die Zügel fest in der Hand. Seine neue Rolle versteht der Firmengründer auch eher im Sinne eines angelsächsischen "President", also als ein Aufsichtsratsvorsitzender, der sich aktiv in das Geschäft einschalten kann.

Die operative Arbeit will er künftig den Nachfolgern überlassen. Daher wird er mit seinem Büro nach Düsseldorf umziehen. Er will sich nicht mehr bei jedem Lkw fragen, ob der auf das Firmengelände darf. An Sätzen wie diesen wird deutlich, wie sehr der 1,90 Meter große Mann in die Firmenbelange eingebunden ist. Vor 22 Jahren hat der dreifache Familienvater Trimet als Handelsfirma gegründet und seitdem viele der 1 700 Mitarbeiter persönlich eingestellt.

Vermutungen über einen unfreiwilligen Rückzug in den Aufsichtsrat weist der frühere Marathon-Läufer zurück. "Ich bin nun bald 60 Jahre alt, und irgendwann mussten wir den Schritt zur Verjüngung tun." Daher sei jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen. "Mit 65 oder 70 kann ich mich nur noch ärgern, jetzt könnte ich theoretisch die Zügel wieder in die Hand nehmen."

Mit Martin Iffert, 43, und Thomas Reuther, 50, sieht Schlüter die richtigen Leute am Ruder. Beide seien schon Jahre in der Firma und würden den "speziellen Geist von Trimet" kennen. Dazu gehört auch die hemdsärmelige Art von Schlüter, der auf langfristig geplante Vorstandssitzungen verzichtet hat.

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