Aluminium
Nach Milliardendeal geht Chinalco-Chef von Bord

Er hat den Milliardendeal mit dem australischen Bergwerkkonzern Rio Tinto eingefädelt. Nun tritt Xiao Yaqing, Chef der chinesischen Alu-Riesens Chinalco zurück. Höhere Weihen warten auf ihn.

PEKING. Der Milliardeneinstieg mit Rio Tinto war sein letzter großer Auftritt für die China AG. Gestern wurde in Peking bestätigt, was seit Tagen die Gerüchteküche brodeln ließ: XiaoYaqing, Chef des chinesischen Aluminium-Riesen Chinalco, tritt kurz nach dem ihm eingefädelten Milliardendeal mit dem australischen Bergwerkskonzern Rio Tinto zurück.

Der 49jährige Manager und Parteimann soll einen Posten im höchsten Regierungsorgan der Volksrepublik, dem Staatsrat, übernehmen. Als neuer Chef von Chinalco wurde Xiong Weiping (52) berufen, der erst 2006 den Konzern als Topmanager verlassen hatte.

Der Wechsel kurz nach der größten chinesischen Auslandsinvestition kam zwar durch die Gerüchte nicht mehr ganz überraschend, verwundert aber doch Analysten. Zumal der der Rio-Tinto-Deal noch politischen Hürden nehmen muss. Anfang des Monats hatte der chinesische Staatskonzern 19,5 Mrd. Dollar (15 Mrd. Euro) in Rio Tinto investiert und seinen Anteil von 9 auf 18 Prozent aufgestockt.

Auf den neuen Mann an der Chinalco-Spitze warten also große Herausforderungen. Er muss nun die politischen Ebenen überzeugen, aber die Investoren, von denen viele den Zukauf in Australien als zu teuer ansehen. "Xiong übernimmt einen schwierigen Job", so ein Insider. Doch während Vorgänger Xiao Yaqing als sehr penibler Manager gilt, läuft ihm in Peking der Ruf voraus, ein Problemlöser für komplizierte Fälle zu sein.

Und er kennt das Geschäft: Xiong war im Jahr 2000 zu Chinalco gekommen und hatte später einige Jahre eng mit Xiao zusammengearbeitet. 2006 verließ er als Topmanager den Konzern und wurde bei der staatlichen China Travel International Investment Hongkong Ltd. stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer. In der Touristik war sein Einsatz skeptisch verfolgt worden. Zumal er die stark rückläufigen Einnahmen der Reiseagentur durch neue Quellen ausglich - etwa mit Investitionen in der Stahlbranche.

In Chinas staatlich kontrollierten Unternehmen ist es nicht ungewöhnlich, dass Manager plötzlich ausgetauscht werden. Alle Top-Positionen - auch bei den Großbanken - werden von der Parteipolitik bestimmt. Ein Wechsel auf politische Posten ist ebenfalls üblich. So folgte auch der Vorgänger von Xiao Yaqing diesem Ruf - allerdings nur auf Provinzebene.

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