Amerikanische Werbemethoden in Deutschland?
Cremes für Birgit Schrowange

Monika Heimann-Schmitz ist Inhaberin der Kommunikations- agentur Empress-Concept in Haan. Das Handelsblatt fragte nach der Verbreitung der neuen Werbemethode aus den USA, Celebrity Seating, in Deutschland.

Ist in Deutschland Celebrity Seating - die Ausstattung von Prominenten - ebenso verbreitet wie in Amerika?

In den USA ist das ganze System der Kooperation mit Prominenten, die Markenartikeln zu zusätzlichem Glanz verhelfen und sie noch begehrenswerter machen sollen, weit straffer durchorganisiert: Etwa die neue Tod s- Taschenkollektion, die nur begrenzt zu haben ist, wird nicht zufällig als Erstes von Filmschauspielern und Top-Models ausgeführt.

Und hier zu Lande fehlt in Magazinen wie "InStyle", "Bunte" oder "Gala" unter keiner Bildzeile der Hinweis, wer das Kleid der abgelichteten Dame kreiert hat. Fließt dafür Bares?

Je nach Werbewirksamkeit, Bedeutung des Anlasses und Promi-Faktor gibt es durchaus mal Geld oder Annehmlichkeiten wie die Limousine mit Fahrer, eine Hotelsuite oder ein Flugticket. Im Regelfall, wenn Textilproduzenten wie Escada oder Boss einen Prominenten für die ganze Saison mit ihrer Kollektion komplett ausstatten, muss dieser die Sachen hinterher zurückgeben. Sonst droht auch Ärger mit dem Fiskus.

Behalten dürfen sie nichts?

Berühmte Fotomodels nehmen sich schon mal die Freiheit, ein Stück nach einer Gala oder Fotoproduktion zu behalten. Da wagt es fast keiner, das Teil zurückzufordern - auch wenn es 3 000 Euro wert ist.

Weitere Pflichten haben die Prominenten nicht?

Wenn die Prominenten sehr üppig ausstaffiert werden, tauchen sie im Gegenzug da auf, wo diese Marke zelebriert wird und die Presse dabei ist - bei Events also.

Aber es sind nicht immer die teuren Roben, sondern auch Verbrauchs- oder Konsumartikel, die ihnen gegeben werden?

Durchaus. Namhafte Kosmetikhersteller wie Kanebo, Dior, Versace und Clarins sehen zu, dass etwa die Moderatorinnen Frauke Ludowig oder Birgit Schrowange in der Maske mit ihren Cremes und Make-ups gepflegt werden. Dafür stehen die Hersteller dann im Abspann nach der Sendung. Auch wenn ein TV-Kommissar ein bestimmtes Handy oder Auto nutzt, wurde es von der Firma zum Nulltarif ausgeliehen - und die Produktionsfirma spart diese Kosten.

Die Fragen stellte Claudia Tödtmann.

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