Ammer räumt auf
Tchibo-Top-Manager müssen gehen

Der neue Chef der Tchibo-Holding, Dieter Ammer, räumt beim des Hamburger Kaffee- und Handelskonzern auf. Zwei Top-Manager verlieren ihre Positionen.

HB HAMBURG. Der Aufsichtsrat trennte sich am Montag von dem Chef der Kaffee-Sparte, John Karakadas, teilte Tchibo in Hamburg mit. Außerdem müsse Rainer Kutzner das Unternehmen verlassen, der bei der Tchibo Frisch-Röst- Kaffee GmbH die Zentralabteilungen leitete.

Damit hat Dieter Ammer, der neue Chef der Tchibo-Holding, seine ersten wesentlichen Personalentscheidungen getroffen. Ammer steht seit Anfang Juni an der Spitze der Tchibo-Holding; das Kaffeegeschäft ist eine operative Tochtergesellschaft. Außerdem verwaltet die Holding die Tchibo-Beteiligung am Nivea-Hersteller Beiersdorf, ohne sich jedoch ins tägliche Geschäft einzumischen. Das einstige dritte Standbein, die Zigarettenfirma Reemtsma, ist verkauft. Die Holding über der Kaffeesparte gilt nun als entbehrlich.

Ammer ist als ehemaliger Chef der Bremer Brauerei Beck und Co. eher ein operativ tätiger Manager, so dass sich die Kompetenzen von Karakadas und Ammer überschnitten. Einen Nachfolger für den Griechen soll es vorerst nicht geben. Der sechsköpfige Vorstand der Kaffeesparte werde an Ammer berichten, heißt es in der Mitteilung. Für Kutzner rückt Thomas Vollmoeller in den Vorstand, der bislang das Versand- und Onlinegeschäft von Tchibo leitete. „Ich bin überzeugt, dass mit dieser Entscheidung die Voraussetzungen geschaffen werden, mit einer neuen Führungsmannschaft und im kollegialen, ganzheitlichen Geist unsere Geschäfte weiter erfolgreich nach vorn zu bringen“, erklärte Ammer.

Die Entlassung der Manager „im gegenseitigen Einvernehmen“ hat nichts mit den Veränderungen in der Eigentümerstruktur von Tchibo zu tun. Günter und Daniela Herz, die für vier Mrd. € aus dem Unternehmen herausgekauft wurden, hatten schon zuvor ihren Einfluss auf Entscheidungen verloren. Auch der beabsichtigte Kauf von weiteren Beiersdorf-Anteilen durch Tchibo spielt keine Rolle. Es war nicht die Aufgabe von Karakadas, die Allianz zum Verkauf von Anteilen zu bewegen, sondern die Aufgabe von Ammer.

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