Amtsantritt im April
Electronic Arts gibt sich eine neue Führung

Das Personalkarussell beim Videospiele-Riesen Electronic Arts (EA) nimmt Fahrt auf. Der Chef der Sparte Handy-Games, Mitch Lasky, wechselt überraschend als Partner zur Risikokapitalfirma Benchmark Capital im Silicon Valley. Er geht nur Tage bevor der neue EA-Chef John Riccitiello sein Amt antritt.

DÜSSELDORF. Benchmark hat unter anderem in „Second Life“ investiert. Lasky war 2006 mit der 680-Mill.-Dollar-Übernahme des Weltmarktführers bei Mobiltelefon-Spielen, Jamdat, zu EA gekommen. Er geht nur Tage bevor der neue EA-Chef John Riccitiello sein Amt antritt. Riccitiello kommt seinerseits von einer Venture Capital Firma zurück zu EA. Zuvor war der EA-Manager Phil Rogers, zuständig für strategische Planung und mögliche Akquisitionsziele, zu SCi (Eidos, „Lara Croft“) gewechselt.

EA hat mit Gewinnrückgängen und stagnierendem Umsatz zu kämpfen. Nach Angaben der amerikanischen Marktforscher der NPD Group ist der US-Umsatz von EA im Februar um knapp 26 Prozent gesunken, während der Branchenumsatz sogar anzog, wie The Street.com berichtet.

Die besten Geschäfte machen Konkurrenten derzeit mit der Xbox360 von Microsoft und vor allem Nintendos Konsole Wii. Hier liegt EA weit zurück, will aber nach eigenen Angaben innerhalb kürzester Zeit aufholen und „die nächste Welle“ bei Wii-Spielen anführen. Ende 2006 hat EA bereits das Studio „Headgate“ übernommen, das sich auf Nintendo-Spiele spezialisiert hat. Laskys Nachfolger bei EA Mobile, Michael Marchetti, wird direkt an Riccitiello berichten, heißt es bei EA im kalifornischen Redwood City.

Es wird erwartet, dass Riccitiello nach seinem Amtsantritt Anfang April direkt versuchen wird, EA über Akquisitionen wachsen zu lassen. Aktuell hat sich EA gerade zu 19 Prozent am koreanischen Hersteller für Online-Rollenspiele Neowiz beteiligt. Der Kaufpreis soll bei 105 Mill. Dollar liegen. Mit der Beteiligung schlägt EA zwei Fliegen mit einer Klappe. Der asiatische Markt, darunter speziell der japanische, gilt als die größte offene Flanke bei EA. Der Neowiz-Anteil öffnet neue Wege in einen der größten Spielemärkte der Welt, der zugleich auch die höchste Durchdringung mit Breitband-Internet weltweit hat. Online-Rollenspiele, wie sie Neowiz entwickelt, gelten als Wachstumsmarkt in- und außerhalb Asiens. In den USA dominiert der Konkurrent Vivendi Universal mit „World of Warcraft“ bereits dieses Genre. Mit Neowiz kann EA jetzt versuchen aufzuholen.

Expertise in Onlinespielen ist auch wichtig, weil die beiden neuen Spielkonsolen Xbox360 und Playstation 3 internetfähig sind und die Konkurrenz immer größer wird. Sony will noch 2007 sogar eine eigene Online-Welt für seine „PS3“ namens „Home“ nach dem Vorbild von Second Life erstellen.

Für das gesamte Finanzjahr 2007, das am 31. März endet, erwartet Electronic Arts einen Umsatz von maximal 3,08 Mrd. Dollar.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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