Amtsgerichts Hamburg
Promi-Doubles umschiffen nicht die rechtlichen Klippen

Werbetreibende versuchen häufig, prominente Persönlichkeiten durch Doubles oder Puppen darzustellen. Sie hoffen so die rechtlichen Klippen zu umschiffen. In einem Werbespot für eine Telekommunikationsunternehmen hatte eine Kanzler-Puppe in Verbindung mit der imitierter Kanzler-Stimme für einen besonderen Tarif geworben. Auf Abmahnung des Kanzlers gab das Unternehmen zwar eine Unterlassungserklärung ab, zahlte aber nicht die Anwaltskosten.

Das AG Hamburg entschied, dass das Unternehmen auch die Kosten des Verfahrens zu tragen habe. Zwar sei der Kanzler eine Person der Zeitgeschichte und könne deswegen zu Informationszwecken ohne Erlaubnis abgebildet und das Bildnis veröffentlicht werden, doch sei das Informationsinteresse hier entfallen, weil das werbende Unternehmen das Bildnis allein zur Befriedigung von Geschäftsinteressen verwertete.

Das ist dann anzunehmen, wenn beim Zuschauer durch die Abbildungen der Eindruck erweckt werden solle, dass die abgebildete Person zu dem beworbenen Produkt stehe, es empfehle und zur Werbung für dieses Produkt ihr Bild zur Verfügung stellt. Dafür reiche es aus, dass ein Double in einem Spot auftrete.

AG Hamburg vom 2.11.2004 ; Az. 36 A C 184/04

NJW RR 2005, S. 196

Kontakt: Dr. Peter Schotthöfer

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