André Rinnensland
Plus-Manager soll Strauss retten

André Rinnensland wird überraschend neuer Chef des einstmals erfolgreichen Spezialwarenhauses aus der Nähe von Düsseldorf.

DÜSSELDORF. Sein größter Marketing-Coup gelang dem 35-jährigen Bielefelder Ende 2006 in Prag. "Karluv Dvur" ("Karls Hof") hatte André Rinnensland, damals Generaldirektor der Discountkette Plus in Tschechien, seine Tiefkühl-Eigenmarke getauft - und gleich den passenden Werbepartner gefunden: Die tschechische Nationalikone Karel Gott lächelte so überzeugend neben den Spinat- und Rotkohlpackungen von Plus, dass ganz Tschechien glaubte, "Karluv Dvur" sei in Wirklichkeit die Farm des populären Schlagersängers.

Doch für den blonden Betriebswirt mit der markanten Brille, der 2004 bei Plus in Tschechien angeheuerte hatte, zahlte sich der Einsatz am Ende nicht mehr aus. 2006 rutschte die von ihm geführte Landesgesellschaft mit zwei Millionen Euro in die roten Zahlen, ein Jahr später fiel die defizitäre Prager Kette an Rewe.

Jetzt soll der Ostwestfale, der schon bei Lidl und Karstadt-Quelle das Textilgeschäft steuerte, beim angeschlagenen Spezialwarenhaus Strauss Innovation für Ordnung sorgen. Gestern war für ihn in der Langenfelder Zentrale erster Arbeitstag.

In Langenfeld bei Düsseldorf dürfte Rinnensland bald schon seinem einstigen Chef Michael Hürter, 45, begegnen. Der hatte bis vor einem Jahr den Tengelmann-Discounter Plus geleitet, musste aber den Schreibtisch räumen, als die Billig-Supermärkte in die Verlustzone gerieten. Vergangenen Mai holte ihn Strauss Innovation in den Beirat - um ihm später, wie es in Branchenkreisen hieß, die operative Führung zu übertragen.

Entsprechend überrascht die Berufung seines ehemaligen Landeschefs an die Spitze von Strauss. Eine direkte Verbindung zwischen Hürters Beiratsposten und seinem neuen Job in Langenfeld gebe es nicht, beteuert Rinnensland auf Anfrage. "Das ist eher Zufall."

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