Andreas Barner
Das Superhirn

Andreas Barner wirkt nicht gerade wie einer, der sich nach vorne drängt. Nun ist er an die Spitze des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim gerückt - und tritt mit einem komplett neuen Management an.

FRANKFURT. Wenn der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim alljährlich seine Geschäftszahlen präsentiert, beschränkt sich Barner stets korrekt auf seine Rolle als Forschungschef. Nur die Fragen zu Produkten und Entwicklungsprojekten beantwortet er dann freundlich, aber nüchtern. Doch spätestens im kommenden Jahr wird er auch bei anderen Themen stärker ins Rampenlicht rücken.

Als Nachfolger von Alessandro Banchi, 62, der in den Ruhestand geht, übernimmt der 55-Jährige dann die Rolle des Sprechers der Unternehmensleitung beim zweitgrößten deutschen Pharmahersteller.

Mit der Personalie geht ein größeres Revirement in der Geschäftsführung einher. Das Ingelheimer Familienunternehmen vollzieht einen nahezu vollständigen Generationswechsel im Management.

Denn neben Banchi geht auch der langjährige Produktionschef Hans-Jürgen Leuchs, 58, in den Ruhestand. Seine Funktion übernimmt Wolfram Carius, 46, der sich in den vergangenen Jahren vor allem beim Ausbau der Biotechproduktion von Boehringer im schwäbischen Biberach bewährte. Das Vertriebsressort, das Banchi bisher in Personalunion verantwortete, übernimmt der niederländische Mediziner Bert Tjeenk Willink. Der 47-Jährige leitete im Konzern bisher das weltweite Marketing für verschreibungspflichtige Medikamente.

Barner selbst bleibt Chef des Forschungs- und Entwicklungsressorts. Und schon seit gut einem Jahr ist der Wechsel im Finanzressort besiegelt, wo Hubertus von Baumbach, ein Urenkel des Firmengründers, zum Jahresende den langjährigen Finanzchef Marbod Muff, 66, ablöst.

So kann der neue Boehringer-Chef Barner im kommenden Jahr mit einer fast komplett erneuerten Führungsmannschaft antreten.

Dennoch ist keinerlei Zäsur oder Richtungswechsel beim Familienunternehmen in Sicht. Die neuen Mitglieder der Geschäftsleitung waren bereits an der Strategieentwicklung beteiligt. Und dass Barner einmal die Sprecherrolle übernehmen würde, stand nach Informationen von Unternehmenskennern bereits vor fünf Jahren fest, als der heutige Firmenchef Alessandro Banchi an die Spitze rückte.

Die Nachfolgeregelung sichere Kontinuität in der Unternehmensstrategie. "So sind wir auch für die nächste Dekade, unsere Maßeinheit als Familienunternehmen, gut aufgestellt", sagt Christian Boehringer, der Vorsitzende des Gesellschafterausschusses.

Nach dem Vertriebsfachmann Banchi übernimmt nun wieder ein Naturwissenschaftler die Führung in Ingelheim. Der gebürtige Freiburger hat sowohl in Medizin als auch in Mathematik promoviert.

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