Andreas Ludwig
Mehr Schatten als Licht bei Zumtobel

Zumtobel-Chef Andreas Ludwig schwört Europas größten Hersteller von Industrieleuchten auf harte Zeiten ein - und verdoppelt das Sparprogramm.

WIEN. Entspannt lehnt sich Andreas Ludwig zurück, das Wichtigste hat er erst einmal geschafft. Die Bilanzpressekonferenz ist vorüber, an der Bar der konzerneigenen Niederlassung in Wien darf sich der Zumtobel-Chef für kurze Zeit ausruhen. Gleich danach wartet der nächste Termin auf ihn. Er muss Analysten Details zum Geschäftsergebnis erklären. Erfrischung tut not, die Luft in der Wiener Innenstadt ist feucht und warm.

Einmal im Jahr bittet Europas größter Hersteller von Industrieleuchten aus Vorarlberg zum Termin in Österreichs Hauptstadt. Weil Zumtobel im 600 Kilometer entfernten Dornbirn weit weg an der Schweizer Grenze zu Hause ist, kommen Ludwig und seine Kollegen besser gleich selbst nach Wien.

Die Botschaft, die der Chef des bekannten Leuchtenherstellers gestern mitbringt, ist aber alles andere als erfreulich. Der Umsatz ist im vergangenen Geschäftsjahr (30.4.) um gut acht Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro gesunken. Das Jahresergebnis ist gleich von 93 auf 13 Millionen Euro abgestürzt.

Kein schöner Tag für Andreas Ludwig, der seit sechs Jahren an der Spitze von Zumtobel steht. Die Aktionäre bekommen die Quittung gleich hinterher: Die Dividende wird dieses Mal ersatzlos gestrichen.

Ludwig, 1959 in Wien geboren, würde sicherlich gern bessere Kunde verbreiten. Aber die Krise hat auch Zumtobel mit voller Breite erwischt. Der Zwang zum Sparen nimmt dem Leuchtenhersteller aus dem westlichen Österreich die Luft, in großen strategischen Neuerungen zu denken. Kostensenkung ist wie überall das große Thema – beim Personal, in der Fertigung, im Einkauf. Und führt manchmal auch zu abstrusen Entscheidungen: Zumtobel hat im Frühjahr sein modernstes Werk in Rumänien geschlossen, obwohl Osteuropa doch auch für die Vorarlberger immer noch ein wichtiger Zukunftsmarkt ist.

Ludwig liefert in Wien die Begründung: Knapp 200 Zumtobel-Mitarbeiter haben in Rumänien ihren Job verloren, weil die Kosten der Schließung dort am geringsten waren. In den anderen Werken des Konzerns in Österreich, Deutschland und Großbritannien wären sofort teure Sozialpläne fällig gewesen. „Die Sicherung von Cash-Flow und Liquidität steht für uns jetzt an erster Stelle“, formuliert Ludwig. „Cash is King“, sagen andere dazu.

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