Andreas Renschler: Daimler-Veteran verlässt überraschend den Vorstand

Andreas Renschler
Daimler-Veteran verlässt überraschend den Vorstand

Vorstandswechsel bei Daimler: Produktions- und Einkaufschef Andreas Renschler scheidet einvernehmlich aus dem Vorstand aus. Damit verliert der Autobauer auch einen Kandidaten für die Nachfolge an der Konzernspitze.
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FrankfurtStühlerücken im Daimler-Vorstand: Produktions- und Einkaufschef Andreas Renschler scheidet einvernehmlich aus dem Vorstand aus. Das gab die Daimler AG am Abend in einer Mitteilung bekannt. Der Aufsichtsrat habe einstimmig dem Wunsch Renschlers entsprochen, dessen Bestellung vorzeitig aufzuheben.

Mit dem Abgang Renschlers verliert der Autobauer einen seiner Kandidaten für den Chefposten. Der 55-Jährige galt neben LKW-Vorstand Wolfgang Bernhard und Chinachef Hubertus Troska als einer der potenziellen Nachfolger für den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche.

Zetsche bedauerte laut der Mitteilung das Ausscheiden Renschlers: „Andreas Renschler hat in seiner Zeit als Mitglied des Vorstands der Daimler AG unser Nutzfahrzeuggeschäft global ausgerichtet. Er hat darüber hinaus in seiner Funktion als Produktionsvorstand Mercedes-Benz Cars den Anlauf der neuen S-Klasse hervorragend gemeistert und unsere Fabriken auf den Anlauf der neuen C-Klasse ausgerichtet. Ich bedaure sehr, dass er aus persönlichen Gründen das Unternehmen verlässt.“

Der Vorstandsposten wird zumindest vorerst nicht nachbesetzt, das Gremium wird damit auf sieben Köpfe verkleinert. Offiziell übernimmt Daimler-Chef Dieter Zetsche in seiner Funktion als Leiter des Geschäftsbereich Pkw den Bereich Produktion und Einkauf bei Mercedes-Benz Cars Renschlers Verantwortung für die Auto-Sparte. Unterstützt wird Zetsche dabei von dem heute ernannten Bereichsvorstand Produktion und Einkauf bei der Pkw-Sparte, Markus Schäfer, der zuvor für die Produktionsplanung des Pkw-Geschäfts verantwortlich war. Der Bereichsvorstand ist unterhalb des Konzernvorstands angesiedelt. Renschlers Verantwortung in der Van-Sparte übernimmt kommissarisch Personalvorstand Wilfried Porth.

Renschler hatte den Posten erst im April 2013 angetreten. Damals hatte er seine Stelle als Nutzfahrzeugvorstand aufgeben und den Posten mit dem damaligen Produktionschef Wolfgang Bernhard tauschen müssen. Nach dpa-Informationen hatte der Betriebsrat wegen Unstimmigkeiten mit Bernhard darauf hingewirkt. Für Renschler war der Wechsel damals jedoch völlig überraschend gekommen.

Im Unternehmen hatte der Manager zuletzt einen guten Ruf genossen und auch den Schulterschluss mit dem Betriebsrat gesucht. Zahlreiche Termine wie der Produktionsstart der neuen C-Klasse in Bremen waren in den kommenden Wochen und Monaten bereits mit Renschler geplant. Ob sein Nachfolger diese nun direkt für Renschler wahrnehme, ist nach Angaben einer Daimler-Sprecherin aber noch nicht geklärt.

Auf der Motor Show in Detroit hatte Renschler noch Überlegungen über den Bau eines weiteren US-Werks angekündigt, damit Mercedes-Benz seine Spitzenposition in den USA vor BMW und Audi behaupten könne. „Nachfrage aus dem Markt ist der Knackpunkt für die Expansion unseres Produktionsnetzwerks“, sagte Renschler der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Mercedes-Benz hatte im vergangenen Jahr BMW bei den US-Absatzzahlen überholt. Das Daimler-Werk in Tuscaloosa wurde 2013 für die Produktion der neuen C-Klasse ausgebaut, in dieser Fabrik soll auch ein neuer Ableger der M-Klasse gefertigt werden.

Der gebürtige Stuttgarter war seit 2004 Vorstandsmitglied bei Daimler, zunächst bis März 2013 verantwortlich für die Lkw- und Bus-Sparte des Konzerns, seitdem für Produktion und Einkauf. Der studierte Betriebswirt und Wirtschaftsingenieur war bereits 1988 im Unternehmen in verschiedenen Positionen tätig, unter anderem dem Aufbau der M-Klasse-Produktion in Tuscaloosa oder als Chef des Kleinwagenbauers Smart.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

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