Angeklagte stimmen Geldauflagen zu
Tag 6: Mannesmann-Prozess vor dem Abschluss

Der zweite Mannesmann-Prozess steuert auf eine Einstellung zu. Die Angeklagten stimmten Zahlungen zur Einstellung des Verfahrens zu. Das Düsseldorfer Landgericht will kommende Woche darüber entscheiden. Der Deutsche-Bank-Chef Ackermann sagte bereits, er wolle das Geld "aus eigener Tasche" bezahlen.

slo DÜSSELDORF. Das Verfahren wird voraussichtlich mit der Zahlung einer Geldstrafe von insgesamt 5,8 Millionen Euro enden. Dies haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung am heutigen Freitag vor dem Düsseldorfer Landgericht beantragt. Sie gehen davon aus, dass Richter Stefan Drees am kommenden Mittwoch, der als regulärer Verhandlungstag geplant war, über diesen Antrag entscheiden wird. Eine Zustimmung gilt als äußerst wahrscheinlich.

Damit würde das spektakulärste Wirtschaftsstrafverfahren hier zu Lande teilweise durchaus überraschend enden. Hatten doch Beobachter vor allem bei Klaus Esser, dem ehemaligen Mannesmann-Chef und einem der sechs Angeklagten, erwartet, dass dieser erneut für einen Freispruch kämpfen würde. Dagegen war bereits zu Beginn des zweiten Mannesmann-Prozesses darüber spekuliert worden, ob Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wohl eine Einstellung des Verfahrens beantragen wird.

57 Millionen Euro Prämien und Abfindungen

Die Neuauflage war notwendig geworden, weil der Bundesgerichtshof die Freisprüche aus dem ersten Prozess vom Juli 2004 aufgehoben hatte. Seit Ende Oktober müssen sich daher Esser, Ackermann sowie vier weitere Angeklagte erneut wegen des Vorwurfs der schweren Untreue oder der Beihilfe dazu vor Gericht verantworten. Dabei geht es um die Auszahlung von 57 Millionen Euro Anerkennungsprämien und Pensionsabfindungen direkt nach der Übernahme des Düsseldorfer Traditionskonzerns Mannesmann durch den britischen Konkurrenten Vodafone.

Ackermanns Verteidiger haben heute gegen 14 Uhr ihren Antrag gestellt, das Verfahren gegen ihren Mandanten gemäß Paragraph 153a der Strafprozessordnung gegen Auflagen einzustellen. Dies ist möglich, wenn dadurch "das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung" beseitigt werden kann und "die Schwere der Schuld nicht entgegensteht". Auflagen in solchen Fällen bestehen in der Regel aus Geldzahlungen. Eine solche Geldzahlung gilt nicht als Vorstrafe und darf deshalb auch nicht als Geldbuße oder Geldstrafe bezeichnet werden.

Dauer des Prozesses im Fokus

Die Verteidiger des Deutsche-Bank-Chef begründeten ihren Antrag mit der langen Dauer des Prozesses. Zudem seien die rechtlichen Grundlagen des Falles umstritten und würden es auch weiterhin bleiben, erklärte Eberhard Kempf, einer der beiden Ackermann Verteidiger. Die übrigen Angeklagten schlossen sich diesem Antrag an.

"Durch die bisherige Beweisaufnahme sehe ich die Korrektheit meines Handelns bestätigt", sagte Klaus Esser, "gleichwohl unterstütze ich die Anregung, das Verfahren einzustellen. Denn es ist gut, wenn das Verfahren nach nahezu sieben Jahren endlich und endgültig beendet wird."

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