Angstzustände und Herzklappenfehler verschwiegen
Kein Versicherungsschutz bei falschen Angaben

Wer beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung frühere Krankheiten verschweigt, verliert seinen Versicherungsschutz. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe in einem am Freitag veröffentlichten Urteil entschieden.

HB KARSLRUHE. Das Gericht wies die Klage einer Frau, die nach einem Treppensturz arbeitsunfähig geworden war, gegen ihre Versicherung ab. Die Klägerin habe die Versicherung "arglistig getäuscht", indem sie bestimmte ärztliche Befunde nicht angegeben hatte. (Aktenzeichen: 12 U 391/04 vom 7. April 2004)

Beim Abschluss der Versicherung hatte die Frau bei der Frage nach ärztlichen Behandlungen in den vergangenen fünf Jahren nur auf - inzwischen ausgeheilte - Verspannungen im Nackenbereich sowie mehrere ergebnislose Vorsorgeuntersuchungen hingewiesen.

Nicht erwähnt hatte sie, dass der Internist bei ihr einen Herzklappenfehler festgestellt hatte. Außerdem wurde sie wegen erhöhter Cholesterinwerte behandelt und litt an Angstzuständen, was sie ebenfalls nicht angegeben hatte.

Das OLG sah darin ein bewusstes Verschweigen, um die Versicherung zum Abschluss des Vertrags zu bewegen. Damit könne die Versicherung den Vertrag wirksam anfechten. Keinen Glauben schenkte das Gericht der Behauptung der Klägerin, sie habe die verschwiegenen Befunde für unerheblich gehalten. Es widerspreche jeder Lebenserfahrung, dass jemand einen Herzklappenfehler vergesse, während er folgenlose Vorsorgeuntersuchungen detailgenau in Erinnerung behalte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%