Anklage wegen Bestechlichkeit
Ex-Infineon-Chef gerät unter Druck

Im Prozess um mögliche Schmiergeldzahlungen im Hause Infineon erwartet das Gericht eine brisante Aussage. Der Angeklagte Udo Schneider will am heutigen Montag vor dem Münchener Landgericht umfassend über die Zahlungen an Infineon-Vorstände aussagen. Prozesskreisen zufolge wird vor allem Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher belastet.

MÜNCHEN. Der Motorsportagent Schneider ist angeklagt, weil er Infineon-Manager bestochen und Firmengelder unterschlagen haben soll. Jahrelang hatte der Halbleiterkonzern Millionen in das Sponsoring von Autorennen gesteckt, die Geschäfte wurden stets über Schneiders Firma BF Consulting abgewickelt. Doch offenbar nahm der Motorsportagent es mit den Gegenleistungen nicht so genau. Gelder von Co-Sponsoren unterschlug er. Damit das alles durch den Vorstand von Infineon ging, schmierte er das damalige Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz. Der hatte Mitte August die Annahme von mindestens 70 000 Euro zugegeben. Immer wieder habe Schneider von Zitzewitz Umschläge mit Bargeld überbracht. Der Infineon-Vorstand gab damals zu Protokoll, auch Schumacher habe Geld genommen. Das habe ihm Schneider versichert.

Schneider selbst hat bislang abgestritten, dass auch Schumacher Geld bekommen habe. Vergangene Woche soll Schneider aber vor der Staatsanwaltschaft seine Aussage geändert haben.

Schumacher, der inzwischen für Francisco Partners arbeitet, lies den Vorwurf zurückweisen. Er habe kein Geld genommen, sagte sein Sprecher am Wochenende. „Herr Schumacher steht der Staatsanwaltschaft jederzeit für eine Aussage zur Verfügung.“ Die habe sich aber bislang noch nicht gemeldet. Schumacher war im Frühjahr 2004 von seinem Amt als Infineon-Chef zurückgetreten. Aufgrund von „Pflichtverletzungen bei seiner Amtsführung“ zahlte Infineon nur die Hälfte der ausstehenden Bezüge in Höhe von 5,25 Mill. Euro aus. Dagegen klagte der ehemalige Topmanager und bekommt nun die volle Summe.

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