Anklage
Windhorst muss vor Gericht

Der einstige Vorzeige-Unternehmer und Jung-Aufsteiger Lars Windhorst muss sich im nächsten Jahr vor Gericht verantworten: Der Vorwurf: Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung. Und was sagt der Ex-Karrierestar Windhorst selbst? Der lässt über seinen Anwalt verlauten, dass die Vorwürfe unbegründet seien.
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dpa BERLIN. Der einstige Vorzeige-Unternehmer Lars Windhorst muss sich wegen Betrugs, Untreue und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten. Die Wirtschaftsstrafkammer habe die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet, sagte ein Sprecher des Berliner Landgerichtes gestern der Nachrichtenagentur dpa. Der Prozessbeginn wird für kommendes Jahr erwartet, einen genauen Termin gibt es allerdings noch nicht.

Der 33-jährige Windhorst hatte in den 1990er-Jahren in Begleitung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) auf einer Asien-Reise für Aufsehen gesorgt. Schon als 16-Jähriger hatte der aus Ostwestfalen stammende Windhorst ein Unternehmen für Computerzubehör gegründet.

Als Geschäftsführer soll Windhorst laut Anklage für zwei nach ihm benannte Firmen trotz Zahlungsunfähigkeit keine Insolvenz angemeldet haben, in einem weiteren Fall erst verspätet. Zudem sollen für eine GmbH über mehrere Jahre keine Jahresbilanzen erstellt worden sein.

Ein weiterer Vorwurf lautet auf Untreue. So sollen rund 0,8 Millionen Euro zwischen März 2002 und März 2004 vom Konto einer von Windhorst geführten Aktiengesellschaft auf das Privatkonto des Angeschuldigten geflossen sein. Zudem soll sich der Jung-Unternehmer durch falsche Angaben nach den Ermittlungen 2001 ein Privatdarlehen über 20 Millionen Mark erschlichen haben.

Windhorsts Anwalt Robert Unger hatte einem Bericht des Bielefelder «Westfalen-Blatts» zufolge nach der Anklageerhebung erklärt, dass alle Vorwürfe gegen seinen Mandanten unbegründet seien. Die Staatsanwaltschaft hatte Jahre ermittelt und ein nicht einfaches Firmengeflecht durchleuchtet. In diesem Frühjahr war Anklage erhoben worden.

Der Finanzinvestor Vatas, bei dem Windhorst zuletzt Geschäftsführer war, musste Anfang 2009 Insolvenz anmelden. Grund hierfür war vor allem eine Schadenersatzklage über 150 Millionen Euro der NordLB. Sie beschuldigte Windhorst, Aktien im Wert von 234 Mio. Euro nicht wie vereinbart abgenommen zu haben.

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