Ankunft Kims wurde zum Medienspektakel
Daewoo-Gründer in Haft

Nach fast sechs Jahren auf der Flucht ist am Dienstag Kim Woo-Choong verhaftet worden, der Gründer der Daewoo-Gruppe und einer der bekanntesten Unternehmer Südkoreas. „Ich übernehme jede Verantwortung“, sagte er und ließ schriftlich mitteilen: „Ich bedaure, was geschehen ist und schäme mich, dass ich nicht schon früher die Verantwortung übernommen habe.“

TOKIO. Dem 69-Jährigen, der sich den Behörden stellte, wird Bilanzfälschung in Höhe von mehr als 30 Milliarden Euro vorgeworfen. Zudem soll er Firmengelder ins Ausland abgezweigt haben. Die Daewoo-Gruppe, einst eines der größten Konglomerate des Landes, ging 1999 an Überschuldung zu Grunde und ist mittlerweile zerschlagen. Mehr als ein Dutzend Manager wurden verurteilt.

Kims Ankunft am Flughafen Incheon war ein Medienereignis: Der weißhaarige Ex-Daewoo-Chef in dunklem Anzug und rosa Krawatte wurde von Journalisten umzingelt. Ehemalige Daewoo-Angestellte hat-ten sich versammelt und hielten Plakate mit Aufschriften hoch wie „Keine Amnestie“. Über eine solche wird in Seoul bereits spekuliert. Hingegen fordern Unterstützer Kims, den wirtschaftlichen Beitrag Kims und Daewoos für Korea in den 70er- und 80er-Jahren zu bedenken.

Kim selbst bezeichnete sich in Anlehnung an ein chinesisches Sprichwort als „sterbenden Fuchs“, der mit den Problemen der Vergangenheit aufräumen wolle. Neben der Aufarbeitung des Daewoo-Skandals bietet Kims Rückkehr auch politischen Sprengstoff. Die Staatsanwaltschaft will ihn über Vorwürfe befragen, dass er Politiker und Beamte im großen Stil bestochen haben soll.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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