Anlegen wie ein Rap-Star
Die Forbes-Rapper

Sie gehören zu den bestbezahlten Musikern der Welt. Ihre Vermögen wachsen, obwohl sie weniger Platten als je zuvor verkaufen. Wie Rap-Superstars wie P-Diddy und Jay-Z ihr Geld verdienen.

“I’m not a businessman: I’m a business, man”. So hat sich Rapper Jay-Z im Song „Diamonds are Forever“ mit einem Wortspiel beschrieben: „Ich bin kein Geschäftsmann: ich bin ein Geschäft“. Und was ist sein Geschäft? Ein weiteres bekanntes Zitat des New Yorkers erklärt alles: „Rap’s my hustle“ – „Rapmusik ist mein Geschäft“.

Immerhin haben es Jay-Z (alias Shawn Carter) und der Cash-König der Rap-Welt, P-Diddy (John Combs), in diesem Jahr auf die von „Fortune“ erstellte Liste der 40 reichsten Menschen unter 40 Jahren geschafft. Mit Rapper 50 Cent haben sie es sogar in die brühmten Forbes-Rankings geschafft.

Jay-Z und P-Diddy sind die Vorbilder einer ganzen Generation von Rappern, die sich mehr als Unternehmer, denn als Künstler verstehen. Sind doch die meisten Rapmusiker in Elendsvierteln aufgewachsen und wollen Geld machen. Es existiert kaum ein Rap-Song, in dem der jeweilige Rapper nicht mit seinen Verdiensten prahlt. Im Gegensatz zu anderen Bereichen, wo finanziell erfolgreiche Künstler oft von Kollegen als ‚Verräter’ beschimpft werden, verkörpert Hip-Hop den amerikanischen Traum vom Reichwerden.

50 Cent (Curtis Jackson) nannte sein Debüt im Jahr 2002 „Get money or die trying“ und hatte letztes Jahr einen Hit mit dem schlicht betitelten „I get money“. Seine Mitrapper heißen übrigens Young Buck und Lloyd Banks. Plattenfirmen schmücken sich mit Namen wie Cash Money und Young Money Entertainment.

Viele Rapper verdienen zwar nicht so viel, wie sie gerne behaupten. Zumal es dem „Rap-Geschäft“, wie der ganzen Musik-Branche, gerade schlecht geht. Anno 2000 konnte Rapper Eminem in den USA in einer Woche 1,7 Millionen CDs verkaufen. Im Jahr 2007 war „Graduation“ von Kanye West die meistgekaufte Rap-CD - mit gerade mal 1,8 Millionen verkauften CDs im ganzen Jahr. Doch woher kommen dann die wachsenden Vermögen von Rap-Superstars wie Carter und Combs?

„Ein Wort: Diversifizierung“, sagt Combs immer, wenn er über seinen finanziellen Erfolg ausgefragt wird. Im Deutschen sind mehrere Wörter nötig, um seine Strategie zu umschreiben: Erweitung, Streuung, Verteilung.

Zuerst kommt die Erweitung des Sortiments. Eigene Hits hat P-Diddy zwar schon gehabt, aber für sein Vermögen von rund 350 Millionen Dollar reichen sie nicht aus. Vielmehr produziert er unter seinen zahllosen Künstlernamen – übrigens noch ein Beispiel von Diversifizierung –, Musik für andere Künstler. Mit den größten Black-Music-Stars der letzten zwanzig Jahre hat er hinter den Kulissen gearbeitet: Usher, Mary J. Blige, Boyz-II-Men. Sogar Mariah Carey, die inzwischen mehr US-Nummer-Eins-Singles hatte als der ehemalige Rekord-Halter Elvis Presley, verdankt ihm einige Lieder.

Verkaufsprämien machen einen nicht unerheblichen Teil des Combs-Vermögen aus. Aber auch andere Rapper kennen diesen Trick: Shawn Carter (Jay-Z), Dr. Dre, Eminem – die Höchstverdienende der Rap-Branche produzieren weitaus mehr, als sie Rappen. Allerdings hat sich Combs von anderen erfolgreichen Produzenten finanziell abgehoben, indem er auf Streuung seiner Geschäftsinteressen setzt und neue Einkommensquellen erschließt. Combs verkauft nicht nur Musik, sondern Produkte.

Er setzte Zeichen, als er 1998 als erster Rapper ein eigenes Modesortiment „Sean John“ auf den Markt brachte. Damit wurde er zugleich zum Markennamen. Später kamen ein erfolgreiches Parfum und ein „Flagship-Store“ an der New Yorker Fifth Avenue hinzu. Combs ist zudem ins Gastronomiegeschäft eingestiegen mit eigenen Restaurants und einem Abkommen mit Getränkekonzern Diaego. Seitens des Großkonzerns war die Rede von „bis zu 100 Millionen Dollar für Sean Combs Enterprises“, Combs gleichnamiges Dachunternehmen.

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