Anleger, die auf Grund geschönter Aktienanalysen US-Titel gekauft haben, können Ansprüche geltend machen
Banken zahlen Millionen-Entschädigung

Anleger, die ihr Geld in amerikanische Aktien investiert haben und sich dabei auf geschönte Aktienanalysen verließen, können zumindest auf eine Teil-Entschädigung hoffen. Denn zwölf Banken haben insgesamt 432,75 Mill. Dollar in einen US-Entschädigungsfonds gezahlt, die zum Jahreswechsel an Investoren gehen sollen.

tmo NEW YORK. "Wir hoffen, dass sich möglichst viele Anleger bei uns melden und ihre Ansprüche geltend machen", sagt Francis McGovern, gerichtlich beauftragter Verwalter des Fonds und im Hauptberuf Rechtsprofessor an der Universität Duke. McGovern hat die Aufgabe, die Millionen gerecht zu verteilen. Allerdings: Einen Entschädigungsanspruch hat nur derjenige Anleger, der folgende Bedingungen allesamt erfüllt: Er hat betreffende Aktien bei den betreffenden Banken in einem festgelegten Zeitraum gekauft und einen Verlust erlitten. "Nur wer diese Bedingungen komplett erfüllt, kann auf eine Entschädigung hoffen", betont Fondsverwalter McGovern.

Das Geld des Fonds stammt aus einem außergerichtlichen Vergleich, mit dem zwölf führenden Investmentbanken eine Untersuchung wegen angeblich geschönter Aktienanalysen beigelegt haben. Zu den Unterzeichnern gehören neben der Deutschen Bank auch Citigroup, die US-Töchter der Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sowie die Investmentbanken Goldman und Morgan Stanley.

Der Vorwurf gegen die Geldinstitute lautete, dass sie geschönte Anlageurteile veröffentlicht haben sollten. Während des Internet-Börsenbooms sprachen große Banken fast nur Kaufempfehlungen aus. Kritiker verwiesen auf die Erwartung wichtiger Firmenkunden, die positive Anlageurteile von ihrer Bank erwarteten. Viele Investoren verließen sich derweil auf die vermeintlich objektive Analysen ihrer Hausbank.

Das so genannte Global Research Analyst Settlement (globale Einigung zu Aktienanalysen) sollte diesen Interessenkonflikt bereinigen. Die zwölf Banken versprachen, künftig Aktienanalyse und Firmenkundengeschäft strikt zu trennen. Gleichzeitig verpflichteten sie sich zur Zahlung von fast 1,5 Mrd. Dollar. Diese Summe umfasst Strafen (die der US-Staat erhielt), Geld für Anleger-Bildungsmaßnahmen, Finanzierung unabhängiger Aktienanalysen - und den 432,75 Mill. Dollar schweren Entschädigungsfonds.

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