Anlegerschutz
Betrüger locken Anleger

Trotz aller Warnungen in den Medien vor dubiosen Anlagegeschäften rechnet das Bundeskriminalamt (BKA) nicht damit, dass die Zahl der Anleger sinken wird, die sich auf riskante Anlagen einlassen. Im Gegenteil: Das BKA sieht einen klaren Trend dahin, dass sich Kapitalanleger verstärkt von hohen Renditeversprechen und vermeintlichen Steuersparmöglichkeiten beeinflussen lassen.

DÜSSELDORF. Das niedrige Zinsniveau begünstigt dabei kriminelle Anlagevermittler. "Wenn potenzielle Opfer die Möglichkeit der schnellen und erheblichen Geldvermehrung sehen, stellen sie mögliche Zweifel oft zurück", heißt es in dem vom BKA veröffentlichten Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2004.

Die skeptische Einschätzung des BKA relativiert den von der polizeilichen Kriminalitätsstatistik für 2004 gegenüber 2003 ausgewiesenen Rückgang der vollendeten Fälle der "Betrugs- und Untreuehandlungen im Zusammenhang mit Beteiligungen und Kapitalanlagen" um 7,5 Prozent auf 10 228 und der registrierten Schäden um 53 Prozent auf 352 Mill. Euro. Das Gros aller Betrugsfälle entfällt auf den Anlagebetrug mit einem durchschnittlichen Schaden von fast 33 000 Euro. Die Betrüger nutzen verstärkt das Internet zur Geschäftsanbahnung.

Der Bundesverband deutscher Banken hatte bereits im Herbst gewarnt, die vom BKA genannten Zahlen seien nur die Spitze des Eisberges. Die Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle liege weitaus höher. Viele geprellte Anleger meldeten den Betrug nicht der Polizei. Auch wenn die Aufklärungsquote bei Anlagebetrugsdelikten sehr hoch ist, sehen die Geschädigten oft ihr Geld nicht wieder. Da Betrüger zunehmend international operieren, wird eine länderübergreifende Kooperation der Ermittlungsbehörden immer wichtiger.

Die Anleger wurden mit Renditeversprechen zwischen fünf und zehn Prozent geködert. Nach den BKA-Feststellungen wurden in den Jahren von 2000 bis 2003 über 2000 Anleger in 60 Staaten um mehr als 50 Millionen US-Dollar betrogen. Sowohl Banken als auch Verbraucherzentralen raten, sich am Telefon nicht auf Anlagegeschäfte einzulassen. Denn die Anlagebetrüger bahnen ihre Geschäfte vor allem auf dem Weg des verbotenen "Cold calling", der Kontaktaufnahme per Telefon an. Die Täter benutzen bei ihren Anrufen standardisierte Texte, die Alternativen auf wiederkehrende Reaktionen der Angerufenen beinhalten. Angeboten werden oftmals Aktienpakete von angeblich besonders empfehlenswerten Firmen. Die Standorte, von denen diese Anrufe erfolgen, werden immer wieder verlegt.

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