Ann-Kristin Achleitner: Deutschlands mächtigste Aufseherin geht zur Börse

Ann-Kristin Achleitner
Deutschlands mächtigste Aufseherin geht zur Börse

Ann-Kristin Achleitner soll Aufsichtsrätin der Deutschen Börse werden. Die Wirtschaftsprofessorin ist eine der mächtigsten Frauen in den deutschen Aufsichtsgremien – und gilt bereits als Kandidatin für höhere Weihen.

FrankfurtSie sitzt bereits im Verwaltungsrat des französischen Energieversorgers Engie, im Kontrollgremium des Rückversicherers Munich Re, des Handelskonzerns Metro und Industriegas-Spezialisten Linde. Schon bald könnte für Ann-Kristin Achleitner, im Hauptberuf Professorin an der Technischen Universität München, noch eine weitere Aufgabe hinzukommen: Sie soll Finanzkreisen zufolge in den Aufsichtsrat der Deutschen Börse einziehen. „Es ist ihre internationale Erfahrung sowie ihr Verständnis von den Finanzmärkten, die sie zu einer idealen Kandidatin für das Kontrollgremium der Deutschen Börse machen“, heißt es. Offiziell wollte sich das Unternehmen dazu nicht äußern.

Die Multi-Aufsichtsrätin soll bei der Börse den scheidenden Aufsichtsrat Gerhard Roggemann ablösen, der - mit einer Unterbrechung - seit 1998 in dem Gremium sitzt. Achleitner soll bei der Hauptversammlung der Börse am 11. Mai gewählt werden. Um sich mit Aufsichtsratschef Joachim Faber zu beraten, müsste sie keinen weiten Weg auf sich nehmen. Beide teilen sich die wohl mächtigste Büro-WG-Deutschlands.

Das ALFA-Munich Office in München beherbergt neben Börsen-Chefaufseher Faber und Achleitner auch ihren Mann, Paul Achleitner, den Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, sowie Ex-Allianz-Chef Michael Diekmann. Im Umfeld der Börse sieht man in der räumlichen Nähe zwischen Ann-Kristin Achleitner und Chefaufsichtsrat Faber aber kein drohendes Compliance-Problem, sondern ein Zeichen für die Professionalisierung der deutschen Aufsichtsräte.

Dem Vernehmen nach hat Ann-Kristin Achleitner auch gute Chancen, in den Verwaltungsrat der geplanten europäischen Superbörse einzuziehen. Denn die Eschborner stecken derzeit mitten in Fusionsverhandlungen mit der London Stock Exchange (LSE). Beide Konzerne planen eine Fusion „unter Gleichen“. Die Aufsichtsgremien in Frankfurt und London sollen dabei erhalten bleiben, doch die in London angesiedelte Holding bekäme einen übergeordneten Verwaltungsrat.

Dessen Führung soll zunächst der Brite Donald Brydon übernehmen, der dieses Amt derzeit auch bei der LSE bekleidet. Nach Handelsblatt-Informationen dürfte er dort aber schon nach drei Jahren von Joachim Faber abgelöst werden, der zunächst als Vize-Chef in den Verwaltungsrat einziehen soll.

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