Anreiz für Eltern
Betriebskindergärten boomen

Eine Alternative zur privaten Betreuung des Nachwuchs stellt für berufstätige Eltern der Betriebskindergarten dar. Dieser wird nicht nur zu einem großen Teil von den Unternehmen finanziert, er bietet Kindern, Eltern und Arbeitgebern gleichermaßen einige Vorteile.

bef DÜSSELDORF. Betriebskindergärten gibt es schon in vielen deutschen Unternehmen. Doch angesichts der Knappheit an Plätzen in öffentlichen Kindertagesstätten (Kitas) gewinnt der Bau firmeneigener Einrichtungen derzeit eine neue Dynamik. Der Grund: Qualifizierte Mitarbeiter sind immer schwieriger zu finden - ein Problem, das sich mit Blick auf die demographische Entwicklung noch verstärken wird.

Deswegen sollen Mütter und Väter möglichst schnell wieder in den Beruf zurückkehren. "Wir können es uns nicht leisten, lange auf Mitarbeiter zu verzichten, die wir ausgebildet haben und die wichtiges Know-how besitzen", sagt Rudolf Gröger, Chef von O2 Deutschland. Der Mobilfunker baut derzeit einen eigenen Betriebskindergarten.

Beim Außenwerber Ströer aus Köln nutzen bereits 17 Eltern das jüngst eröffnete firmeneigene Betreuungsangebot. In die Ströer-Kita können Kinder bis zum Alter von vier Jahren gehen, sie lernen dort sogar Sprachen.

Ströer wertet das Angebot als Erfolg: Fünf qualifizierte Arbeitskräfte seien früher aus der Elternzeit zurückgekehrt. Dadurch habe die Firma nur geringe Kosten für die Wiedereingliederung und Wiederbeschaffung von Personal. Ströer trägt 70 Prozent der Kosten für die Kindertagesstätte, den Rest die Eltern.

Von dem Boom der firmeneigenen Kitas profitieren Unternehmen, die sich auf dieses Angebot spezialisiert haben. Davon gibt es noch nicht viele in Deutschland: Lange im Geschäft sind etwa die Firmen Kinderhut aus Essen und PME Familienservice aus München sowie die Impuls Soziales Management aus Kassel. Sie beraten Firmen beim Aufbau von Betreuungseinrichtungen, entwerfen Konzepte und betreiben selbst einige Kitas.

Ihr Rat an Mittelständler lautet: Kooperation mit benachbarten Firmen, mit denen im Verbund Betreuungsangebote geschaffen werden. Im Gewerbegebiet Stuttgart-Vaihingen etwa betreiben mehrere Mittelständler die gemeinsame Kindertagesstätte "Bärcheninsel", in der 65 Kinder im Alter ab sechs Monate betreut werden. "Durch Verbundlösungen können Firmen die Kosten niedrig halten und den schwankenden Bedarf an Plätzen ausgleichen", sagt Rena Fischer-Bremen, Geschäftsführerin von Kinderhut.

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