Anshu Jain
Investmentbanker will bei der Deutschen Bank nach ganz oben

Anshu Jain ist der Top-Investmentbanker der Deutschen Bank. Auf der "Euro Finance Week", einem seiner ersten öffentlichen Auftritte in Deutschland, hinterließ der Mann aus Indien bereits seine Visitenkarte für den Anspruch auf die Nachfolge von Vorstandschef Josef Ackermann.
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FRANKFURT/LONDON. "Wie gefällt Ihnen Frankfurt?" "Fliegen Sie nach Berlin?" Mit diesen Fragen wollte man Anshu Jain am Dienstag auf der "Euro Finance Week" aus der Reserve locken. Aber der Top-Investmentbanker der Deutschen Bank antwortete nicht und ließ die Runde weiter rätseln, wie gut seine Deutschkenntnisse mittlerweile sind.

Zuvor hatte er auf Englisch in einer 20-minütigen Rede eloquent, schnell und präzise die Finanzkrise Revue passieren lassen und ein positives Zukunftsbild seiner Branche gezeichnet. Das Investment-Banking bleibe das Getriebe für den Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Seinen Optimismus begründete er mit der Bedeutung innovativer Finanzprodukte für die Unternehmen und dem Kapitalbedarf der Schwellenländer. Jain lobte die angestrebte Übernahme der Postbank im Inland und lenkte ein paar Takte weiter den Blick auf die neuen Finanzzentren in Mumbai und Johannesburg. In einem seiner ersten - nur auf ihn zugeschnittenen - öffentlichen Auftritte in Deutschland hinterließ er so seine Visitenkarte für den Anspruch auf die Nachfolge von Vorstandschef Josef Ackermann.

Wird es der Inder am Ende tatsächlich schaffen, seine internen Konkurrenten auszustechen? Seit mehr als vier Monaten steht Jain mittlerweile allein an der Spitze der Investmentsparte der Deutschen Bank, seine 100 Tage Schonfrist sind bereits abgelaufen. "Bislang hat Jain zumindest keine groben Fehler gemacht", meint ein Londoner Konkurrent.

Die Investmentbanker der Deutschen Bank haben im schwierigen dritten Quartal deutlich besser abgeschnitten als viele Konkurrenten. Dazu trug vor allem auch jener Bereich bei, den Jain eigenhändig über viele Jahre aufgebaut hat, den Handel mit Anleihen, Rohstoffen, Währungen und Derivaten.

Jetzt muss er allerdings beweisen, dass er die Bank auch im Corporate Finance, der Beratung von Börsengängen, Anleiheplatzierungen und Übernahmen voranbringen kann und dass er auch ein Händchen für das weniger spektakuläre Transaction-Banking hat. Sein Erfolg wird in den nächsten Monaten vor allem am Ausbau dieser beiden Geschäftsfelder gemessen werden, die er von seinem bisherigen Co-Chef Michael Cohrs übernommen hat.

Kommentare zu " Anshu Jain: Investmentbanker will bei der Deutschen Bank nach ganz oben"

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  • Guten Tag,.... Sie koennten bei VW nachfragen, die hatten auch mal so ein Wunderkind. ignacio Lopez, bei dem wusste man nicht ob er ueberhaupt sprechen konnte. Was man jedoch nachher wusste kann ihnen Daniel Goeudevert aus dem Elsass schildern. (Er wohnt in Genf.)Milliardenloecher. besten Dank

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