Ansprüche gegen WestLB werden geprüft
Balli-Chef freigelassen

Da eine längere Haftdauer unverhältnismäßig sei, wurde Vahid Alaghband, der Chef der iranisch-britischen Balli-Gruppe gegen sechs Millionen Euro Kaution und Meldeauflagen auf freien Fuß gesetzt.

HB DÜSSELDORF. Der dringende Tatverdacht des Betrugs und der Untreue bestehe zwar fort, eine noch längere Haftdauer sei aber unverhältnismäßig, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Freitag. Im Wirtschaftskrimi um die Übernahme des Duisburger Werkstoffhändlers Klöckner & Co steht Alaghband unter dem Verdacht, 120 Millionen Euro zum Nachteil Klöckners und der WestLB veruntreut zu haben.

Alaghband war in der Schweiz festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden. Das Anwaltsteam des 51-jährigen Unternehmers bezeichnete die Entscheidung nach elf Monaten Auslieferungs- und Untersuchungshaft als „wichtigen Etappensieg“. Alaghband kündigte an, nun die Rolle der WestLB bei der Übernahme des Werkstoffhändlers Klöckner zu prüfen und zu klären, ob Ansprüche gegen das Geldinstitut bestehen.

Balli soll dem Duisburger Werkstoffhändler Klöckner & Co (Klöco) vor zwei Jahren 120 Millionen Euro illegal entzogen haben, um die Übernahme vom Düsseldorfer Energie-Konzern Eon zu finanzieren. Der Kaufpreis betrug 1,1 Milliarden Euro. Kreditgeber bei dem Kauf war die WestLB. Nachdem die umstrittenen Praktiken aufgeflogen waren, ging Klöco zunächst an einen Treuhänder und dann an die WestLB über, als Balli fällige 170 Millionen Euro an die Bank nicht zahlen konnte.

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