Antoni Brufau ist der neue starke Mann beim spanischen Ölkonzern
Repsol-Chef entmachtet

Die Top-Posten der spanischen Wirtschaft werden immer auch von Regierungsgnaden besetzt. Deswegen wundert es nicht, dass Industrieminister José Montilla ein Wörtchen mitgeredet hat, als gestern der Präsident des Mineralölriesen Repsol YPF, Alfonso Cortina, demontiert wurde.

MADRID. Montilla ist Katalane – aus demselben Landstrich kommt auch die größte spanische Sparkasse La Caixa, mit 12,5 Prozent größter Repsol-Aktionär. Und: Im Gegensatz zur konservativen Vorgängerregierung hält Sozialist Montilla eine Konzentration in der Branche für unbedingt nötig.

Es ist gleichzeitig auch ein Sieg von La Caixa gegen die Großbank BBVA, die 5,5 Prozent an Repsol hält und Cortina wohlwollend gegenüberstand.

Acht Jahre stand Cortina an der Spitze des Energiekonzerns. Sein Nachfolger war gleichzeitig der Bote der schlechten Nachricht: Antoni Brufau, 56, Präsident des spanischen Energieunternehmens Gas Natural – ebenfalls eine La-Caixa- Beteiligung. Der Katalane ist bei der Sparkasse gleichzeitig Generaldirektor. Repsol wiederum ist an Gas Natural mit 30 Prozent beteiligt.

Der Grund für den Coup gegen Cortina scheint klar: Er torpedierte den Versuch der Übernahme des zweitgrößten Stromversorgers Iberdrola durch Gas Natural vor einem Jahr.

Die Madrider Börse reagierte auf den Wechsel bei Repsol und den damit positiven Aussichten für anstehende Fusionen mit einem Kursanstieg bei allen Energieaktien. Jordi Padilla, Analysechef bei der Investmentgesellschaft Atlas Capital: „Wir erwarten jetzt eine Annäherung von Repsol und Gas Natural.“

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