Antony Burgmans
Auch der Akzo-Chefaufseher wirft hin

Erst kürzlich trat Ton Büchner als Chef des Chemiekonzerns Akzo Nobel zurück. Jetzt der nächste Paukenschlag: Auch Chefaufseher Antony Burgmans kündigt seinen Abschied an. Das Unternehmen steht derzeit unter Druck.
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AmsterdamWenige Tage nach dem überraschenden Abgang von Akzo-Nobel-Chef Ton Büchner steuert auch der Aufsichtsrat des niederländischen Farbenhersteller auf einen Chefwechsel zu. Der Vorsitzende des Aufsehergremiums, Antony Burgmans, werde sich mit Ablauf seiner Amtszeit im April 2018 von dem Posten zurückziehen, teilte das niederländische Unternehmen am Dienstag mit.

Akzo Nobel war mit der Absage an ein gut 26 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot des US-Rivalen PPG Industries in die Kritik einflussreicher Anteilseigner geraten. Der für sein aggressives Geschäftsgebaren bekannte Hedgefonds Elliott Advisors sah Burgmans als treibende Kraft hinter der Weigerung und wollte den Manager aus dem Amt drängen.

Der neue Akzo-Chef Thierry Vanlancker versucht nun die Wogen zu glätten. Der 52-Jährige war erst vergangene Woche zum Nachfolger von Büchner ernannt worden, der seinen Rücktritt mit gesundheitlichen Gründen erklärte. Vanlancker kündigte für den 8. September eine außerordentliche Hauptversammlung an. Bei dem Eignertreffen soll zum einen über die Berufung Vanlanckers abgestimmt werden, der erst 2016 zu Akzo Nobel gestoßen war und zuletzt das Spezialchemiegeschäft geleitet hatte.

Zum anderen will sich das Management grünes Licht geben lassen für die Abspaltung eben jener Abteilung. Die Trennung hatte das Management in seinem Abwehrkampf gegen PPG als Gegenstrategie gepriesen. Übrig bliebe dann das Geschäft mit Farben und Lacken, in dem Akzo Nobel Weltmarktführer ist.

Das für die Marke Dulux bekannte Unternehmen steht unter dem Druck, bessere Ergebnisse zu liefern. Doch Valancker startete in seine neue Aufgabe damit, dass er einen Rückgang des operativen Gewinns (Ebit) um sechs Prozent auf 461 Millionen Euro im zweiten Quartal verkünden musste. Höhere Rohstoffkosten und eine schwache Nachfrage unter anderem nach Schiffslacken ließen die Niederländer die Analystenprognose von 496 Millionen Euro verfehlen. Der Traditionskonzern hält dennoch an seinem Jahresausblick fest. Akzo-Papiere gaben nach den Zahlen gut zwei Prozent nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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