Anwälte verzeichnen steigenden Beratungsbedarf – Rechtliche Handhabe allerdings begrenzt
Firmen wehren sich gegen Headhunter

Die Konjunktur lahmt, die Wirtschaft wächst nur spärlich - doch auch auch in solchen Zeiten sind gute Führungskräfte oder Mitarbeiter mit Spezialwissen heiß begehrt. Gerade die sind aber nicht auf der Straße zu finden. Und so bemüht sich ein Heer so genannter Headhunter im Auftrag suchender Unternehmen darum, die richtigen Leute zu finden. Sie selber nennen ihre Arbeit lieber "executive search". Die Arbeitgeber suchen nach sichereren Möglichkeiten, um sich vor den unliebsamen "Fachkräfte-Jägern" zu schützen.

HB KARLSRUHE.

Doch nicht alle Unternehmen sind davon begeistert, auf diesem Wege ihre Führungskräfte oder Spezialisten zu verlieren. Und so verzeichnen Anwälte steigende Nachfragen danach, ob sich der Angestellte überhaupt abwerben lassen darf - und wie man sich juristisch am besten schützen kann.

Das Arbeitsrecht steht eigentlich auf der Seite der Arbeitgeber. Treuepflichten untersagen dem Arbeitnehmer Maßnahmen, die seinem Chef schaden könnten. Dies könnte dafür sprechen, dass ein Angestellter aus diesem Grund am Arbeitsplatz nicht mit Headhuntern reden darf. Denn solche Telefonate führen vielleicht zu einem Arbeitsplatzwechsel und sind damit für den Arbeitgeber schädlich. Doch unlängst hat der Bundesgerichtshof (BGH) der executive search Rückendeckung gegeben. Der erste Zivilsenat erlaubt Headhuntern einen ersten Anruf am Arbeitsplatz des Angestellten. Darin darf bei Interesse des Mitarbeiters das Angebot kurz umrissen und ein Termin für ein Gespräch in der Freizeit vereinbart werden, in dem das Weitere dann besprochen werden kann.

Einige Unternehmen liebäugeln daher mit der Möglichkeit, die Annahme privater Telefonate am Arbeitsplatz oder solche mit Headhuntern per Arbeitsvertrag generell zu untersagen. Doch das ist heikel. "Meiner Ansicht nach sind solche Klauseln als unangemessene Benachteiligung der Arbeitnehmer unwirksam", sagt Rechtsanwalt Bernd Borgmann von Linklaters, Oppenhoff & Rädler. Und abgesehen von der rechtlichen Seite - wer wollte das kontrollieren und gegebenenfalls beweisen? Die Überprüfung aller ein- und ausgehenden Telefonate ist schlicht unmöglich und verstößt außerdem gegen die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer.

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