Anwaltschaft reagiert mit Skepsis
Juristen: Keine Angst vor Bachelor und Master!

Eine Vielzahl unqualifizierter Juristen ohne Berufsaussichten oder eine Jura-Ausbildung, die ihren Namen nicht mehr verdient - breit ist die Palette der Befürchtungen, mit der sich die Juristen zurzeit herumquälen.

HB KARLSRUHE. Der Grund: Die Europäischen Bildungsminister vereinbarten 1999 in Bologna, bis 2010 europaweit nur noch Bachelor- und Masterstudiengänge zuzulassen. Seither geht die Angst um bei Studenten, Hochschulen und Anwaltsorganisationen. "Solange es kein Modell gibt, das die bisherige Qualität der Hochschulausbildung gewährleistet", gibt sich Ulrich Scharf, Vizepräsident der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), skeptisch, "lehnen wir eine Umstellung ab".

Doch die Angst vor Bologna ist unbegründet, meint nun ein Hamburger Jurist - und hat gleich sein eigenes Modell entwickelt. Der angehende Notar Jens Jeep, Mitbegründer der Hamburger Bucerius Law School, sieht in dem Bologna-Prozess eine große Chance - nämlich die Juristenausbildung insgesamt zu reformieren, hin zu einem System des flexiblen Studiums und der Abschlüsse.

In dem Entwurf, den Jeep Ende April der Justizministerkonferenz (JuMiKo) geschickt hat und der dem Handelsblatt vorliegt, schlägt er ein vierjähriges Studium bis zum Bachelor vor, den "Baccalaureus Juris". Dessen Abschlussnote setzt sich aus den studienbegleitenden Prüfungsleistungen zusammen. "Erstmals wird somit die Leistung der Studierenden während ihres gesamten Studiums honoriert. Außerdem prüfen diejenigen, die auch unterrichten", erklärt Jeep die Vorteile eines Hochschulabschlusses.

Wer den Baccalaureus Juris erlangt hat und keinen der rechtsberatenden Berufe anstrebt, kann für seine Jobsuche dann einen qualifizierten Abschluss vorweisen. Vorteil: Schon mit etwa 23 Jahren kommen die ersten Juristen auf den Arbeitsmarkt.

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