Apothekenmarketing
Doc Morris bekommt neue Konkurrenz

Die neue Apothekenmarke 360 Grad will sich national etablieren. Ihre Ziele sind ehrgeizig: In fünf Jahren will die neue Kooperation 500 deutsche Apotheken auf ihre Seite gezogen haben. Doch die Betreiber anderer Branchenkooperationen sind skeptisch.

FRANKFURT. Die Apothekenmarke Doc Morris hat die Branche kräftig aufgewirbelt. Nun startet eine weitere Apothekenmarke: 360 Grad will in Deutschland bestehenden Marketingkooperationen Konkurrenz machen. Hinter der Firma stecken mehrheitlich Partner der Steuerberatungsfirma Dr. Schmidt und Partner, die rund 600 Apotheken zu ihren Kunden zählt. Bei diesen will die neugegründete 360 Grad AG zuerst für ihre Kooperationsidee werben: 360 Grad soll unabhängig von Industrie, pharmazeutischem Großhandel oder Verbänden als Einkaufsgemeinschaft und Marketingkooperation von selbstständigen Apothekern im Markt agieren. "Viele Apotheken sind mit den bestehenden Einkaufskooperationen unzufrieden, weil sie die Interessen der Apotheken zu wenig berücksichtigen", meint Rüdiger Ott, Vorstandsvorsitzender der 360 Grad AG mit Sitz in Montabaur.

Die 360-Grad-Apotheken sollen weniger die üblichen jahreszeitlichen Aktionen wie Erkältungsmittel zum Winter bewerben, sondern sich über Themen wie Vorsorge als eine Art lokales Gesundheitszentrum in Zusammenarbeit mit Ärzten vor Ort etablieren. Für die erste Aktion zum Thema Übergewicht und Gesundheit von Jugendlichen hat sich das Unternehmen die Empfehlung als Referenzprojekt vom Bundesgesundheitsministerium geholt.

Zwei Apotheker hat 360 Grad bereits sicher, weitere 150 sollen in diesem Jahr hinzukommen. In fünf Jahren peilt die Marke eine deutschlandweite Durchdringung mit dann 500 Filialen an. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 21 600 Apotheken. "Kein einfaches Unterfangen", gibt Unternehmenschef Ott zu.

"Das Konzept der 360-Grad-Kooperation macht einen sortierten Eindruck, aber eine Marke mit einer bundesweiten Präsenz in der deutschen Apothekenlandschaft aufzubauen ist eine erhebliche Herausforderung", meint Ulrich Zander, Geschäftsführer der auf den Pharma- und Apothekenmarkt spezialisierten Beratungsfirma Sempora. Nach einer aktuellen Umfrage der Berater ist die Meinung unter den Apothekern bezüglich Apothekensystemen zweigeteilt: Während sich 53 Prozent der Befragten einem solchen System anschließen würden, wollen 40 Prozent lieber unabhängig bleiben.

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