Apple-Chef Steve Jobs
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Apple-Chef Steve Jobs zeigt sich im Skandal um manipulierte Aktienoptionen reumütig. Doch die Affäre kann für ihn noch gefährlich werden. Für den Computer- und Softwareanbieter wäre das ein Fiasko, denn Jobs ist Apple, Apple ist Jobs.

CUPERTINO. Solche Augenblicke sind selten. Ein Vorstandschef räumt öffentlich eigene Fehler ein. „Ich entschuldige mich bei den Apple-Aktionären und -Angestellten für diese Schwierigkeiten, die unter meinen Augen geschehen sind.“ Apple-Chef Steve Jobs trat am Mittwoch vergangener Woche in der Affäre um manipulierte Aktienoptionen die Flucht nach vorne an. Er habe davon gewusst, räumte er ein. Aber er habe nicht selbst von solchen Programmen profitiert, die Managern dickere Gewinne bescherten.

Viele Analysten glauben, dass mit seiner Entschuldigung die Affäre für Jobs noch nicht beendet ist. Doch sein Geständnis habe für etwas Entspannung gesorgt. „Das Risiko bestand, dass Jobs gefeuert wird, sobald noch etwas Bizarres passiert wäre“, sagt Gene Munster vom US-Investmenthaus Piper Jaffray.

Der 51-jährige Jobs, der gerne lässig mit Dreitagebart, Jeans und schwarzem T-Shirt auftritt, ist der Prophet des Apple-Kults, und einen Ersatz für ihn gibt es nicht. Weder Chief Operating Officer Tim Cook (45) noch Finanzchef Peter Oppenheimer (43) oder Stardesigner Jonathan Ive (39) inspirieren die gleiche Gefolgschaft. Keiner von ihnen ist in der Lage, den Visionär und Ästheten der Technologiebranche zu ersetzen, den Herrn über den MP3-Spieler iPod und den Computer iMac.

Wie ein Trauma wirkt im Unternehmen immer noch das Jahr 1985. Damals wird Jobs entmachtet und zuerst durch den Pepsi-Marketingmanager John Sculley und dann durch den IBM-Mann Gil Amelio ersetzt. Sie bringen Apple an den Rand des Ruins. Jobs kehrt 1997 triumphal zurück und bringt dem Konzern einen glänzenden Aufschwung. Dann schockt „His Steveness“, wie er von seinen Anhängern verehrt wird, die Öffentlichkeit 2004 mit der Magenkrebsoperation. Und nun mit dem Optionsskandal.

Das sind ungewohnte Schlagzeilen für einen, der alles zu Gold macht, was er anfasst. Jobs wird 1955 als uneheliches Kind in San Francisco geboren und eine Woche nach seiner Geburt von Paul und Clara Jobs adoptiert. Er geht in Cupertino zur Schule und arbeitet während der Sommerferien zusammen mit Steve Wozniak bei Hewlett Packard in Palo Alto. Sein Studium am Reed College in Portland, Oregon, bricht er bald ab und lebt zeitweilig auf einer Apfelfarm in Oregon. Ein Kurs in Kalligraphie schärfte nach eigenen Worten seinen Sinn für Proportion und Ästhetik. Ob die Apfelfarm, die Bewunderung für die Beatles oder der Bezug zu Isaac Newtons Apfel der Auslöser war, um die von ihm und Wozniak 1976 gegründete Firma Apple Computer zu nennen, ist bis heute umstritten.

Während Jobs, der 1974 auf der Suche nach persönlicher Erleuchtung nach Indien pilgert, in die Rolle des Computer-Missionars schlüpft, ist Wozniak das technische Genie des Duos. „The Woz“ wird bis heute im Silicon Valley als Vater des Personalcomputers verehrt. Er baut die ersten PCs wie den Apple I (1976). 1980 geht Apple an die Börse und beide Gründer werden reich. Jobs Privatvermögen wird heute auf rund sechs Milliarden Dollar geschätzt.

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