Apple-Chef Tim Cook outet sich
iGay

Homosexualität ist in der Welt der Wirtschaft nach wie vor ein Tabu. Tim Cook bricht dieses Tabu. Der Apple-Chef outet sich als schwul. In einem Essay findet er klare Worte.
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San Francisco/CupertinoApple-Chef Tim Cook äußert sich in einem Beitrag für das Magazin „Bloomberg Businessweek“ erstmals öffentlich zu seiner Sexualität. „Ich habe nie ein Geheimnis aus meiner Sexualität gemacht, aber ich habe mich auch nie öffentlich dazu geäußert, bis jetzt. Also lassen Sie es mich deutlich sagen: Ich bin stolz, schwul zu sein“, schreibt Cook. „Schwul zu sein betrachte ich als eines der größten Geschenke, das Gott mir gegeben hat.“ Die Homosexualität habe ihm über die Jahre ein tiefes Verständnis dafür gegeben, was es heißt, einer Minderheit anzugehören.

Seit Jahren engagiert sich Cook bei Apple gegen Diskriminierung. In diesem Jahr besuchte er gemeinsam mit Tausenden Angestellten die Gay Pride in San Francisco, eine der größten Schwulen-Paraden der Welt. Cook ist seit August 2011 Apple-Chef. Er trat die Nachfolge des gestorbenen Firmengründers Steve Jobs an.

Über sein Unternehmen findet Cook lobende Worte: „Viele Kollegen bei Apple wissen, dass ich homosexuell bin, und das scheint keinen Unterschied in der Art zu machen, wie sie mich behandeln. Natürlich habe ich das Glück, bei einem Unternehmen zu sein, das Kreativität und Innovation liebt, und das weiß, dass es nur dann gedeihen kann, wenn man Unterschiede der Menschen annimmt. Nicht alle sind so glücklich.“

Er hoffe, dass sein Schritt anderen helfen oder sie inspirieren könne. Er kündigte an, dass sich Apple für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und anderen Gruppen einsetzen werde. „Wir werden weiter für unsere Werte kämpfen“, schrieb er, „und ich werde mich persönlich weiterhin für die Gleichberechtigung aller einsetzen“.

Kommentare zu " Apple-Chef Tim Cook outet sich: iGay"

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  • Der Satz "Ich bin stolz, schwul zu sein" ist doch genauso sinnfrei wie "Ich bin stolz, Deutscher zu sein" oder "Ich bin stolz, 1,90m groß zu sein".

    Ich bezweifele fast, dass Tim Cook diesen Satz so gesagt hat, denn er sieht seine sexuelle Orientierung ja "als Geschenk" an. Auf etwas, dass man geschenkt bekommt, kann man nicht stolz sein. Zum "stolz sein" gehört nach meiner Meinung immer eigene Leistung.

    Wenn Tim Cook auf etwas stolz sein kann, dann auf seinen Mut, den es heute immer noch braucht, sich als Spitzenmanager als "schwul" zu outen.

    Die sexuelle Orientierung ist nach heutigem Stand der Forschung "gottgegeben" und nicht steuerbar. Erst wenn es wirklich niemanden mehr interessiert, ob jemande hetero- oder homosexuell ist, haben wir Normalität erreicht.

  • (...)

    Herr Apple wird von mir geschaetzt, wenn er ein gutes Produkt entwickelt, seine chinesischen Arbeitert nicht ausbeutet ( wie oft bei ihm geschehen) und seine Preise senkt, die mindestens doppelt ueberzogen sind. Was Herr Apple mit seinen Haenden unter der Bettdecke mit wem auch tut, ist mir wie bei jedem fremden Menschen egal.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @ Tom Beck: Sie wissen doch, schon Wowereit sagte: "Ich bin schwul, und das ist gut so".

    Heisst: Schwulsein sein ist etwas Besonderes, und die Heterosexuellen sind arme Wichte.

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