Arbeitgeberverbände
BDI-Spitze stärkt Präsident Thumann den Rücken

Die Vizepräsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) haben Präsident Jürgen Thumann aufgefordert, im Herbst erneut für den Posten zu kandidieren. Damit demonstriert die BDI-Spitze Geschlossenheit nach den Querelen über die Bestellung des CDU-Politikers Norbert Röttgen zum neuen Hauptgeschäftsführer.

HB BERLIN. Zudem bat die BDI-Spitze auf Vorschlag Thumanns den amtierenden Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg ebenfalls einstimmig, seinen Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern, wie der Verband am Montag mitteilte.

Thumann soll nun am 20. November von der Mitgliederversammlung des BDI für zwei Jahre als Präsident wiedergewählt werden. Der 64-Jährige hatte sein Amt 2005 als Nachfolger von Michael Rogowski angetreten. Thumann gilt als Gefolgsmann von CDU-Kanzlerin Angela Merkel, was ihm innerhalb seines Verbandes Kritik eingetragen hatte. Allerdings war Thumann vor wenigen Wochen auf mehr Distanz zur Regierung gegangen und hatte einen deutlich schärferen, kritischen Ton gewählt. Er verliere die Geduld mit der Regierung, hatte er gesagt, und von Reformunwillen und Fehlentscheidungen gesprochen.

„Die Vizepräsidenten unterstützen nachdrücklich die Art und Weise, wie Thumann im Dialog mit der Politik und in der Präsentation nach außen die Interessen des BDI vertritt“, hieß es in der BDI-Mitteilung. Im konstruktiven Dialog und in der sachorientierten Auseinandersetzung mit der Regierung und dem Parlament seien die Belange der deutschen Wirtschaft am glaubwürdigsten zu vertreten.

Dem Kreis der BDI-Vizepräsidenten gehören insgesamt zehn führende deutsche Industrievertreter an, unter ihnen der frühere VDMA-Präsident Diether Klingelnberg, der noch kürzlich mehr Distanz des BDI zur Union gefordert hatte.

Die Lücke, die durch den Verzicht des designierten Hauptgeschäftsführers Röttgen auf das Amt zu entstehen drohte, soll im BDI nun zunächst durch eine Verlängerung der Amtszeit Wartenbergs geschlossen werden. Wartenberg sollte sein Amt ursprünglich Ende des Jahres aufgeben.

Die Diskussion um Röttgen war entstanden, weil der Politiker auch nach dem Einstieg beim BDI sein Mandat als Bundestagsabgeordneter bis zum Ende der Legislaturperiode 2009 weiter wahrnehmen wollte. Daraufhin hatten die beiden Ex-BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel und Rogowski Thumann in einem offenen Brief aufgefordert, Röttgen zum Verzicht auf sein politisches Amt zu bewegen. Andernfalls drohe eine Interessenkollision mit der Gefahr einer Beschädigung des BDI.

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