Arbeitsmarkt
Kaufmännische Jobs mit Zukunft

Flexible Plankostenrechnung, Balanced Scorecard, Fixkostenmanagement, RL-Bilanzkennzahlen: Wer mit diesen Begriffen mehr verbindet, als eine vage Vorstellung endloser Zahlenreihen, unübersichtlicher Tabellen und grenzenloser Langeweile, hat es gut. Denn die wenigen Stellenanzeigen in den Tageszeitungen richten sich vor allem an Controller und andere Experten, die wissen, wie man knapp kalkuliert und Kosten minimiert.

DÜSSELDORF. Ansonsten haben sich die Aussichten auch für einst heiß begehrte Kaufleute verschlechtert. So zählte die Bonner Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) im vergangenen Jahr fast 17.000 arbeitslose Betriebswirte, 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Selbst Bewerber mit guten Noten, Praxiserfahrung und Fremdsprachenkenntnissen müssen derzeit oft mehrere Monate suchen, bis sie eine Stelle finden. Und die entspricht dann finanziell und von den Aufgaben her nur ganz selten dem, was sie erwartet hatten.

Trotz der momentanen Flaute, da sind sich die Experten einig, zählen Betriebswirte in Zukunft zu den Gewinnern am Arbeitsmarkt. "Sie sind breit qualifiziert und an jeder wichtigen Stelle im Unternehmen einsetzbar“, sagt Dieter Schädiger, Vizepräsident des Bundesverbandes deutscher Volks- und Betriebswirte (BdVB). Hinzu kommt, dass immer mehr Bereiche des täglichen Lebens effektiv gemanagt werden müssen. So ist ökonomischer Sachverstand mittlerweile in Verwaltungen, Krankenhäusern und anderen Organisationen sehr viel stärker gefragt.

Fachübergreifende Kenntnisse gern gesehen

"Eine umfassende Qualifikation auf möglichst vielen Gebieten ist mindestens genauso wichtig wie spezialisiertes Fachwissen“, sagt Bernhard Hohn, Arbeitsmarktexperte bei der ZAV. Kombistudiengänge, die Wirtschafts-Know-how mit technischen, kulturwissenschaftlichen oder mathematischen Inhalten verknüpfen, bieten deshalb weiter gute Perspektiven. Gerade im Mittelstand, der als Arbeitgeber immer mehr ins Visier der Hochschulabsolventen gerät, sind fachübergreifende Kenntnisse gern gesehen.

Der Trend zurück zum Generalisten hat eine Kehrseite: „Viele spezielle, durch den IT-Boom entstandene Jobprofile verschwinden schon wieder“, sagt Peter Schütz. Der Professor an der Fachhochschule Hildesheim beschäftigt sich seit Jahren mit neuen Berufsbildern in Marketing und Vertrieb. Die Bedeutung von EDV-Kenntnissen hat jedoch nicht abgenommen: Dass jeder Bewerber hier ausreichend qualifiziert ist, gilt inzwischen als selbstverständlich. „Die traditionellen Abteilungen erledigen Aufgaben wie Onlinemarketing inzwischen mit“, sagt Schütz.

Warum Controller und Logistiker gute Chancen haben, erfahren Sie bei wiwo.de

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